Anwalt der sozial Schwachen

Sozialverband VdK: Neuer Geschäftsführer widmet sich verstärkt Themen wie

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VdK-Kreisgeschäftsführer Kristian Müller (l.) übernimmt das Amt von Maik Kinski (r.) und freut sich etwa auf die Zusammenarbeit mit der Kreisvorsitzenden Marianne Estner (Mitte).

Bad Tölz – Der Kreisverband des VdK erfreut sich über einen Zuwachs an Mitgliedern: 1.304 Menschen sind in der Organisation in den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach zwischen Januar 2016 und Mai dieses Jahres neu beigetreten. Für den VdK im Landkreis ist jetzt Kristian Müller als neuer Kreisgeschäftsführer zuständig.

Der Sozialverband VdK Bayern ist mit mehr als 693.000 Mitgliedern Sprachrohr und Interessenvertreter für Rentner, Menschen mit Behinderung, chronische Kranke, Pflegebedürftige sowie deren Angehörige, aber auch für ältere Arbeitnehmer und Arbeitslose. Der VdK in der Region hat nun mit Kristian Müller einen neuen Kreisgeschäftsführer bekommen, der seit Mai den Verband Bad Tölz-Wolfratshausen-Miesbach leitet. Er sagt: „Der Sozialverband versteht sich als Anwalt sozial benachteiligter Menschen.“ Mit seinen 28 Ortsverbänden und über 11.000 Mitgliedern, zählt der hiesige Kreisverband zu den größten VdK-Verbänden in Bayern.

Müller, 33 Jahre alt, kommt aus Ainring (Berchtesgadener Land). Vor seinem Berufseinstieg 2013 studierte er Sozialrecht und -wirtschaft an der Hochschule Fulda und der Universität Kassel, für seinen Abschluss zum Juristen. „Meine Aufgaben im Kreisverband werden sich nicht nur auf die Rechtsberatung unserer Mitglieder beschränken“, sagt Müller beim Pressegespräch. Außerdem werde er sich den ehrenamtlichen Mitarbeitern widmen und diese unterstützen: „In unserer Gesellschaft ist es nicht mehr selbstverständlich, sich unentgeltlich für andere Menschen einzusetzen“, sagt er weiter.

Maik Kinski, scheidender Kreisgeschäftsführer, hat die Entwicklung des Verbandes in den vergangenen Jahren geleitet. Nun übernimmt er als stellvertretender Bezirksgeschäftsführer neue Aufgaben im VdK-Verband Oberbayern. In den vergangenen Jahren habe sich die Sozialpolitik verändert, berichtet Kinski: Feststellbar sind seiner Meinung nach die Zunahme von psychischen Erkrankungen. Müller konkretisiert: „Rutscht ein Betroffener aufgrund eines psychischen Leidens vom Krankenstand in das Arbeitslosengeld, wirkt sich das wiederum auf die Psyche aus.“

Daher möchte sich der neue Kreisgeschäftsführer Müller insbesondere dem Themenfeld Schwerbehinderung und Rente während seiner Amtszeit widmen. Auch der Rentenanspruch vieler Mitglieder lasse ihm einen „kalten Schauer über den Rücken laufen“, berichtet er. „Wir brauchen Gedanken, wie wir die Altersversorgung von Grund auf verbessern können.“

90 Prozent der Arbeit des VdK ist aber die Rechtsberatung“, sagt Kinski. Dabei teilt sich das Arbeitsfeld in ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeit auf. Kreisvorsitzende Marianne Estner arbeitet ehrenamtlich. „Das ist die Front“, sagt sie. „Dort betreuen wir die Mitglieder.“ Aber auch die Geselligkeit stehe dabei im Vordergrund. „Wir sind eine Familie“, betont sie. „Wir sind Kummerkasten und Veranstalter vor Ort“, sagt sie. Die regionalen Verbände betreuen etwa die Frauengruppen, junge Leute oder VdK-Schulbeauftragte. Dabei fördern sie auch die Inklusion und bieten Ergänzungsunterricht an. Auf Kreisebene sieht Kinski die Inklusion sowie Barrierefreiheit und Mobilität als wichtiges Thema an.

Die Verwaltungs- und Rechtsarbeit wird aktuell von drei Sozialrechtsberatern in der Tölzer VdK-Kreisgeschäftsstelle (Karwendelstraße 5) durchgeführt. Dafür sind dort dann die Juristen zuständig. Zusätzlich werden Außensprechtage in Rathäusern angeboten: In Miesbach jeden Montagvormittag; in Geretsried und Wolfratshausen alle zwei Wochen am Donnerstagvormittag. Daniel Wegscheider

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