Spätzündung: Josef Gerg stirbt

Trauer: Brennende Kerzen gegenüber des Gaißacher Rathauses (l.) erinnern an Josef Gerg, der durch einen selbst konstruierten Sprengkörper in der Silvesternacht ums Leben gekommen ist.

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RALF FASTNER, Gaißach - In den ersten Minuten des neuen Jahres 2011 ereignete sich in Gaißach ein folgenschweres Unglück: Josef „Seppi“ Gerg – Bruder von Ex-Ski-Ass Annemarie Gerg und Cousin von Olympiasiegerin Hilde Gerg – starb durch einen selbst konstruierten Feuerwerkskörper. Der 33-Jährige Landwirt platzierte seinen selbst gebauten Sprengkörper auf dem Gehweg inmitten Gaißachs. Die selbst montierte und aufgeschweißte Abfeuer-Vorrichtung bestand aus einer metallischen Platte, auf die fünf Rohre mit einem Durchmesser von 35 Millimetern senkrecht (vier davon waren 25 Zentimeter hoch, eines 17 Zentimeter, d.Red.) aufgeschweißt waren. Laut Polizeibericht hatte der Lenggrieser jedes der Rohre mit einer „zündfähigen Treibladung befüllt“. Vieles deute auf Schwarzpulver hin, sagte mit Detlef Puchelt ein Sprecher des Landeskriminalamtes in München. „Wo die Ladung herkam ist nach bisherigem Ermittlungsstand noch unklar“, so Puchelt weiter. Gergs Verlobte Anne S. und sein Freundeskreis gingen derweil in „Deckung“. Zuerst lief alles nach Plan: Bei zwei Rohren zündete das explosive Gemisch. Nur das dritte Rohr wies keinerlei Reaktion auf, so dass sich Josef Gerg entschloss nachzusehen – und einen etwaigen Fehler zu beheben. Er beugte sich über den Sprengkörper, der exakt in diesem Moment detonierte. Der Lenggrieser wurde durch die Explosion so schwer am Kopf veletzt, dass er noch auf dem Gehweg verstarb, der alarmierte Notarzt konnte nicht helfen. Noch in der Nach nahmen Sprengstoffexperten des Landeskriminalamts die Ermittlungen auf. Kurze Zeit nach dem Unglück kümmerte sich das Kriseninterventionsteam des Landkreises um die Angehörigen des Getöteten.

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