„Sparkasse ist Marktführer“

Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen zieht Bilanz - 2022 werden fünf Filialen geschlossen

die Vorstandsmitglieder Thorsten Straubinger (l.), Christian Spindler (r.) sowie Vorstandsvorsitzende Renate Waßmer der Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen
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Berichteten beim Jahresgespräch über Umstrukturierungen: die Vorstandsmitglieder Thorsten Straubinger (l.), Christian Spindler (r.) sowie Vorstandsvorsitzende Renate Waßmer.
  • Viktoria Gray
    VonViktoria Gray
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Bad Tölz/Landkreis – Auch heuer zog die Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen beim Jahresgespräch Bilanz. Dabei zeigte sich – Corona sorgt auch im Bankenwesen für einige Umstrukturierungen.

Das vergangene Jahr war vor allem geprägt von der Corona-Pandemie. Deshalb legte die Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen besonders sein Augenmerk darauf, den Kontakt zu ihren Kunden herzustellen. „Wir haben immer geschaut: Wie können wir unseren Kunden helfen“, erklärte Vorstandsvorsitzende Renate Waßmer.

Denn persönliche Beratungsgespräche fielen größtenteils flach. Die Verlegung in den Online-Bereich machte sich auch hier breit. „Im digitalen Bereich gab es einen großen Sprung nach vorne“, sagte Waßmer. So ist die Nachfrage nach einer telefonischen Beratung oder einem Beratungtermin per Skype und Zoom nach wie vor groß.

Grundsätzlich habe sich das Verhalten der Kunden in dem Krisenjahr verändert. Laut der Vorsitzenden würden mittlerweile fast zwei Drittel der Kunden Online-Banking nutzen. Auch die Sparkassen-App habe einen „enormen Zuwachs“ erfahren.

Betrachtet man nur die Zahlen, so war das Ergebnis laut Waßmer gut bis zufriedenstellend. Der Bilanzgewinn belief sich auf 2,80 Millionen Euro, etwas weniger als im Vorjahr (2,90 Millionen Euro) . Zwar gab es viele kurzfristige Geldanlagen, mit steigenden Zinsen sei in absehbarer Zeit aber nicht zu rechnen.

In der Pandemie hätte sich nochmals verstärkt gezeigt, dass Kunden Vertrauen in die Sparkasse haben. So bearbeitete die Bank 212 Anträge auf Corona-Fördergelder. Das entspräche 32,6 Millionen Euro, so Waßmer weiter. Zudem baten 682 Kunden darum ihre Tilgung auszusetzen.

Schließung von Filialen

Vorstandsmitglied Thorsten Straubinger sehe insgesamt eine „tolle Entwicklung“. Positiv sei etwa die Beschleunigung der Digitalisierung. „Wir müssen mit dieser Zeit mitgehen und uns nach den Trends ausrichten.“ Und die Trends belegen: 83 Prozent der stationären Vorfälle finden allein in den sechs großen Beratungscentern der Sparkasse im Landkreis statt.

Dies seien „die Herzkammern der Sparkasse“, wie Waßmer erklärte. Diese befinden sich in Bad Tölz, Lenggries, Benediktbeuern, Wolfratshausen und zwei in Geretsried.

Anfang Januar 2022 werden aber die Geschäftsstellen in Icking, Bad Heilbrunn, Gaißach, Jachenau und Walchensee geschlossen. Icking soll mit in Wolfratshausen betreut werden, Bad Heilbrunn in Benediktbeuern.

Zudem verbleiben in Zusammenarbeit mit der VR-Bank jeweils in der Jachenau sowie in Bad Heilbrunn (REWE-Supermarkt) ein Geldautomat. Die Gaißacher Kunden sollen zukünftig mit in Bad Tölz betreut werden, die Jachenauer in Lenggries und die Walchenseer in Kochel.

Bargeld-Taxi fährt bis zu 2.000 Euro

Für die Walchenseer Sparkassen-Kunden ist außerdem ein Service-Point in der Tourist-Information geplant. Dieser wird vorerst bis Ende 2022 als Testphase angeboten. Für Auszahlungen verwies der Vorstand auf das Bargeld-Taxi. Bis zu 2.000 Euro können sich Kunden telefonisch einmal im Monat liefern lassen – dabei übernimmt die Sparkasse die Kosten und das Risiko.

Nicht geschlossen, aber in SB-Geschäftsstellen umgewandelt werden die Filialen in Dietramszell, Reichersbeuern, Egling, Königsdorf und Waldram. Diese Geschäftsstellen wären ohnehin nur zweimal die Woche mit einem Mitarbeiter besetzt gewesen.

Dort ist zukünftig noch ein Geldautomat sowie ein Kontoauszugsdrucker. Waßmer betonte aber: „Wir wollen hier keine Kosten sparen und auch kein Personal abbauen.“ Es ginge eher darum, auf das veränderte Kundenverhalten zu reagieren.

„Mit 70.000 Kunden im Tölzer Landkreis und einem Marktanteil von 44,8 Prozent ist die Sparkasse Marktführer“, sagte Waßmer.„In der Corona-Zeit haben wir unsere Rolle als Marktführer im Kundengeschäft und im Vertrauen der Menschen behauptet.“ Derzeit beschäftigt das Geldinstitut 442 Mitarbeiter und 23 Azubis.

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