Optimistische Genossen

SPD-Kreisverband stimmt sich beim Maiempfang auf Europawahlen ein

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Diskutierten über Europapolitik: SPD-Landtagsabgeordneter Florian Ritter, der Wolfratshauser Vize-Bürgermeister Fritz Schnaller und der Geretsrieder Vize-Bürgermeister Hans Hopfner (v. l.).

Wolfratshausen – Am 26. Mai finden die Wahlen für ein neues europäisches Parlament statt. Beim jüngsten Maiempfang des SPD-Kreisverbandes verdeutlichten Kreisvorsitzender Wolfgang Werner und Landtagsabgeordneter Florian Ritter, warum die Abstimmung auch für die Genossen wegweisende Bedeutung hat.

Die jüngst von dem Juso-Vorsitzenden Kevin Kühnert propagierten sozialistischen Forderungen haben bundesweit für Aufsehen und auch für parteiinterne Diskussionen gesorgt. Davon war am Freitagabend zumindest im offiziellen Teil des vom SPD-Kreisverband veranstalteten Maiempfangs im Krämmel-Forum nichts zu spüren. Begleitet von der schwungvollen Musik der Geretsrieder Jazzformation D. C. Al Codas, übertrafen sich Kreisvorsitzender Wolfgang Werner, der Wolfratshauser Vize-Bürgermeister Fritz Schnaller und der als Ehrengast eingeladene Landtagsabgeordnete Florian Ritter gegenseitig an Durchhalteparolen.

„Wir hoffen, dass wir bald aus dem Tal der Tränen herauskommen und eine positive Trendwende bei den Europawahlen erleben“, unterstrich Werner. Fast nostalgisch erinnerte er an die erfolgreichen Zeiten der Genossen, die Ende der 1960er- und in den 1970er-Jahren ihren Höhepunkt erreichten. Damals stellten die Sozialdemokraten mit Willy Brandt den Bundeskanzler. Bundespräsident Gustav Heinemann gehörte ebenfalls der Volkspartei an. In Werners Heimatstadt Geretsried hatte SPD-Bürgermeister Heinz Schneider das Sagen. In Wolfratshausen bestimmte Parteifreund Willy Thieme als Rathauschef das Geschehen. „Auch wenn uns der politische Wind gerade stark ins Gesicht bläst, sollten wir nicht verzagen und uns auf unsere Tradition als Volkspartei besinnen“, appellierte Fritz Schnaller an die rund 50 erschienenen Gäste.

Dagegen richtete Florian Ritter den Fokus in seiner Rede fast ausschließlich auf die am 26. Mai stattfindenden Europawahlen. Der 56-Jährige verurteilte den geplanten Ausstieg Großbritanniens aus der EU scharf, forderte einen europaweit geltenden Mindestlohn und eine Digitalsteuer für Facebook, Google & Co. „Einen wirtschaftlichen Erfolg kann es nur geben, wenn Europa eine Familie bleibt und sozial stabil ist“, erklärte Ritter. Anschließend applaudierte der Landtagsabgeordnete bei den Ehrungen der drei SPD-Urgesteine Vera Reuter, Gerda Müller und Walter Sedlmayer. Nachdem Letzterer für seine langjährigen Verdienste als Vorsitzender des Bundeswahlkreisausschusses ausgezeichnet wurde, erhielten Müller und Reuter Ehrenurkunden für ihre 50-jährige Mitgliedschaft. Zu einem späteren Zeitpunkt geehrt werden die an diesem Abend verhinderten Mitglieder Helmut Halba und Toni Hartl, die ebenfalls seit fünf Jahrzehnten ein Parteibuch besitzen.Peter Herrmann

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