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Sport ist am Scheideweg angelangt

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Fünf Euro pro Stunde und 2.500 Euro jährlich soll der TuS Geretsried künftig für die Hallennutzung aufbringen. Und das bei gleichzeitiger Kürzung der Sportförderung.
Fünf Euro pro Stunde und 2.500 Euro jährlich soll der TuS Geretsried künftig für die Hallennutzung aufbringen. Und das bei gleichzeitiger Kürzung der Sportförderung.

Der Sport in der Stadt Geretsried steht vor einem Scheideweg. Dieser wurde durch den Stadtratsbeschluss zur Einführung von Hallennutzungsgebühren von fünf Euro pro Stunde und 2.500 Euro jährlich für das Isaraustadion bei gleichzeitiger Kürzung der Sportförderung eingeläutet.

„Dies treibt uns an den Rand des Ruins“, sagt TuS-Chef Stephan Heinle. Geretsried setze seinen Ruf als Sportstadt durch solch eine Maßnahme aufs Spiel. So kämpft Heinle energisch gegen diese Maßnahmen und setzt sich für „Hallennutzungsgebühren mit Augenmaß“ und „für den Erhalt der Sportförderung ein“. Um gegen eine pauschale Nutzungsgebühr vorzugehen, hat der TuS-Chef bisher rund 500 Unterschriften aus den eigenen Reihen gesammelt. Diese sollen Ende August der Stadt übergeben werden. Für Heinle wäre beispielweise eine Gebühr erst ab 20 Uhr denkbar. Dann werden die Hallen hauptsächlich von Erwachsenen genutzt. „So spart man die Kinder von der Gebühr aus“, betont Heinle. Grund zur Sorge hat Heinle auch aus einem anderen Grund: „Durch die Pauschale kommen Mehrkosten in Höhe von 60.000 Euro auf den TuS zu.“ Rund 130.000 Euro bekomme der TuS durch Mitgliedsbeiträge. „Die Stadt zwingt uns durch solch eine Politik zum Handeln“, erläutert der Unternehmensberater. Um diese Belastung zu schultern, ist eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge um bis zu 40 Prozent unabdingbar. „Dies wiederum würde dem TuS radikal Mitglieder kosten.“ Und genau das wolle man verhindern, denn am härtesten würde es die Leute treffen, die sich eine Erhöhung nicht leisten können. „Da sehe ich den TuS als soziale Institution.“ Was für Heinle außer Debatte steht, ist ein Eigenbetrieb des Isaraustadions. Diesen Weg praktiziert der Nachbar BCF Wolfratshausen. „Davon wurde uns nach Erkundigungen abgeraten“, sagt der Unternehmenberater. Zudem müsste der TuS das Stadion dann komplett absperren. „Dann aber würden sich Privatpersonen anders Zugang verschaffen.“ Bisher kann das Isaraustadion für etwaige sportliche Aktivitäten von jedermann kostenlos genutzt werden. „Das aber geht in Zukunft nicht mehr, denn der TuS muss es in Eigenregie und auf eigene Kosten instandhalten.“ So wird im Herbst eine richtungsweisende politische Entscheidung gefällt werden: „Die Stadt muss sich darüber klar werden, welchen Stellenwert der Sport in Zukunft in Geretsried einnehmen soll“, resümiert Heinle. Ferner müsse sie sich die Frage stellen, ob sie weiterhin eine Sportstadt sein will. „Sport ist Stadtmarketing.“ Es gehe auch darum Zuzug zu generieren.

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