Pädagogische Herausforderung

Staatliches Schulamt informiert über die Rückkehr zum Präsenzunterricht

Schluss mit Ferien: Am Dienstag beginnt die Schule auch im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen unter Corona-Bedingungen.
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Schluss mit Ferien: Am Dienstag beginnt die Schule auch im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen unter Corona-Bedingungen.

Landkreis – Am 8. September beginnt der Unterricht unter Corona-Bedingungen im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Im Vergleich zum Vorjahr gibt es sogar 105 ABC-Schützen mehr.

Am Dienstag (8. September) ist es wieder soweit: Die Schulen im Landkreis starten nach der langen Zeit des Corona-Lockdowns mit Unterricht von zu Hause und der bayerischen Sommerferien wieder mit ihrem Regelbetrieb. Schulamtsdirektorin Petra Burkhardt berichtet über die neuen Maßnahmen, die ab jetzt gelten, und wie im Falle eines Covid-19-Falls an Schulen zu verfahren ist.

Der Start wird für Lehrer und Schüler nicht einfach werden. Lange Zeit gab es nämlich für Lehrende und Lernende keinen geregelten Schulbetrieb mehr. Bekanntermaßen schränkte der verhängte Lockdown zu Beginn der Corona-Pandemie den normalen Betrieb stark ein. Danach ging es für sechs Wochen in die Sommerferien. Und nun soll alles wieder gewohnt und normal weiter laufen.

„Es wird eine pädagogische Herausforderung, die Schüler wieder ankommen zu lassen“, berichtet Petra Burkhardt. Die Schulamtsdirektorin spricht damit insbesondere soziale und emotionale Empfindungen an. Dafür seien aber die Lehrkräfte ausgebildet worden, um auf Ängste und Sorgen der Kinder und Jugendlichen einzugehen. Auch gebe es die Schulpsychologen und Sozialarbeiter, die jeweils an den Schulen weiterhelfen können.

Ein weiteres Problem ist der unterschiedliche Status quo der Schüler hinsichtlich des Lehrstandes. Diesen gilt es nun zu ermitteln, „wo gibt es Lücken und wie lassen sich diese schließen“, sagt Burkhardt. Für die jeweiligen Kernfächer wird dafür zusätzlicher Brückenunterricht durch die mobile Reserve angeboten. Braucht etwa Maxi Hilfe in Mathe, wird der Stoff am Nachmittag oder separat während des Unterrichts vermittelt.

Aber auch Lehrer, die zur sogenannten Risikogruppe zählen, werden unterstützt: Da sie aufgrund der Corona-Infektionsgefahr nicht selbst am Klassenleben teilhaben können, werden ihnen Teamlehrkräfte zur Seite gestellt. Heißt: Während der eigentliche Klassenlehrer von zu Hause aus arbeitet, den Unterricht im Homeoffice vorbereitet, dort Arbeiten überprüft und korrigiert, betreuen die jeweiligen Teamlehrer die Schüler im eigentlichen Klassenzimmer.

Das Besondere: Die befristeten Teamlehrer müssen keine eigentliche Lehrerausbildung vorweisen, ein abgeschlossenes Hochschulstudium reicht aus. „Da ist alles dabei“, berichtet Burkhardt. So werden nun teilweise Diplom-Geologen, Biologen oder Sport- und Wirtschaftswissenschaftler die Schulkinder vor Ort betreuen. „Die Stammlehrkraft coacht dabei im Hintergrund.“ Hilfe geben aber auch ausgebildete Lehrer, die zeitgleich in benachbarten Klassenzimmern unterrichten.

Schulamtsdirektorin Petra Burkhardt am Landratsamt.

Sollte es zu einem Corona-Fall in einer Klasse kommen, wird diese für 14 Tage unter Quarantäne gestellt. Dann ändert sich auch der Stundenplan von Präsenz- zurück zu Distanzunterricht. Doch auch da soll es nun besser laufen als zur Zeit des Lockdowns, in der viele Lehrer und Schüler mit der technischen Situation teilweise überfordert waren. Es gebe jetzt eine Checkliste vonseiten des Kultusministeriums, erklärt Burkhardt, für feste Zeiten mit Anwesenheitspflicht, die telefonisch oder per Videochat überprüft werde. „Das ist wichtig für einen normalen geregelten Unterricht“, betont die Schulamtsdirektorin. Lehrer können über einen Server des Landratsamts per Video unterrichten, Erklärfilme versenden oder online Materialien zur Verfügung stellen. Diese können dort bearbeitet und auch vom Lehrer korrigiert werden. „Feedback und der tägliche Kontakt zwischen Lehrer und Schüler sind wichtig beim Distanzunterricht.“

Nun startet der Unterricht wieder normal. Fast, denn in Schulen gilt wie im Supermarkt und in öffentlichen Verkehrsmitteln das Tragen von Mund- und Nasenschutz – zumindest in den Gängen und auf dem Pausenhof. Ausnahme sind Grundschüler, die ihre Maske am Tisch im Klassenzimmer abnehmen dürfen. An weiterführenden Schulen ist dagegen die Mund- und Nasenschutzpflicht die ersten zwei Wochen auch während des Unterrichts verpflichtend.

Das Schuljahr in Zahlen:

Heuer gibt es 1.121 Schulanfänger. Das sind 105 mehr als im Vorjahr. Insgesamt werden im neuen Schuljahr 6.023 Schüler an staatlichen Grund- und Mittelschulen im Landkreis und 587 an privaten Schulen unterrichtet. Die durchschnittliche Klassengröße liegt bei 21,3 Schülern. dwe

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