Erstmal gibt es mehr Parkplätze

Staatssekretär Eck schaut sich am Walchensee um, dort setzt man große Hoffnungen in einen Radweg

Jachenaus Bürgermeister Klaus Rauchenberger (Mitte) und sein Kochler Amtskollege Thomas Holz (rechts) zeigen Staatssekretär Gehard Eck, wo ab Herbst einer der beiden neuen Parkplätze vor der Mautstraße entstehen soll.

Walchensee – Beim Walchensee-Konzept und dem Bemühen, das Verkehrschaos in den Griff zu bekommen, setzen die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden Kochel und Jachenau auf die Unterstützung der Staatsregierung. Als Anlaufstelle dient dabei Staatssekretär Gerhard Eck, der regelmäßig über die chaotischen Zustände der von Tagesausflüglern überrollten Region informiert wird. Seit eineinhalb Jahren unterstützt er die Umsetzung der geplanten Maßnahmen, nun nahm Eck einige ausgewählte Stationen am Walchensee in Augenschein, an denen teils kurzfristig realisierbare, teils in ferner Zukunft liegende Maßnahmen für Entlastung sorgen sollen.

Mit Eck, Forstbetriebsleiter Rudolf Plochmann und Vertretern von Landratsamt und Bauamt im Schlepptau, begaben sich die Bürgermeister Thomas Holz aus Kochel und Klaus Rauchenberger aus der Jachenau auf Besichtigungstour um den Walchensee. An ausgewählten Stopps erläuterten die beiden Rathauschefs die Planungen für einen kombinierten Geh- und Fahrradweg, zwei Ausweichparkplätze für zusammen 175 Fahrzeuge an der Mautstraße sowie den temporär geplanten Großparkplatz gegenüber der Wasserwachtstation. Dieser Parkplatz wird wohl am schnellsten Wirkung zeigen, denn die 9.500 Quadratmeter große Wiese pachtet die Gemeinde bereits bis Ende Oktober von den Bayerischen Staatsforsten. Thomas Holz rechnet mit Platz für bis zu 250 Autos und betonte, dass die Grünfläche nur für diese Saison als Parkplatz herhalten soll, um den Druck von den Wohngebieten zu nehmen. In der Jachenau hat man mit einer ein Hektar großen landwirtschaftlichen Nutzfläche als Ersatzparkplatz für etwa 320 Fahrzeuge bereits gute Erfahrungen gemacht.

Zukunftsmusik ist hingegen der kombinierte, drei Meter breite Geh- und Fahrradweg entlang der Bundesstraße, denn dazu muss der Bund grünes Licht geben. Ob man dort angesichts der hohen Kosten die Notwendigkeit sieht, kann Uwe Fritsch, der Leiter des Staatlichen Bauamts Weilheim, noch nicht abschätzen. „Wir müssen uns hier was Innovatives überlegen, eine übliche Stützmauer geht bei dieser steilen Böschung nicht“, sagte er und merkte an, dass die aufwändige Konstruktion mit einer verankerten, teils freischwebenden Betonplatte nicht unter acht Millionen Euro zu realisieren sein werde. Nach Voruntersuchungen, Fahrradverkehrszählung und Abstimmungen mit dem Bund könnte laut Fritsch mit dem Bau frühestens in drei Jahren begonnen werden.

Den Zeithorizont kennt auch Gerhard Eck. „Wir brauchen Maßnahmen, die dauerhaft zur Verbesserung führen, das geht natürlich nicht über Nacht“, meinte der Staatssekretär. Bei allem Verständnis für die Erholungssuchenden aus den Ballungsgebieten könne man „die Leute hier nicht absaufen lassen“, findet er. Dass man Hunderte neue Parkplätze schaffe, „ohne groß die Natur zu zerstören“, wertet er als notwendigen strukturellen Schritt. Dass mehr Angebot zu mehr Nachfrage führen und noch mehr Verkehr an den Walchensee ziehen könnte, glauben weder Eck noch Holz. „Wir wollen nicht mehr Gäste anziehen, sondern diese ordnen“, erklärte der Staatssekretär, deshalb werde man nicht zusätzlich werben und die Kontrollen verstärken. Auch Kochels Bürgermeister kann sich angesichts dessen, „wie es jetzt schon zugeht“, einen Anstieg der Fahrzeuge kaum vorstellen. cw

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