Neuer Krippenweg und Packerl-Service

Stadt stellt Vorweihnachtsprogramm unter Corona-Bedingungen vor – Kein Winterdorf am Kurhaus

Vor dem Bild der Tölzer Stadtkrippe stehen (v.li.) stv. Kurdirektorin Susanne Frey-Allgeier, Wirtschaftsförderin Sandra Kern, Krippenvereins-Vorstand Wolfgang Friedl und Bürgermeister Ingo Mehner.
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Vor dem Bild der Tölzer Stadtkrippe stehen (v.li.) stv. Kurdirektorin Susanne Frey-Allgeier, Wirtschaftsförderin Sandra Kern, Krippenvereins-Vorstand Wolfgang Friedl und Bürgermeister Ingo Mehner.

Bad Tölz – Das Corona-Jahr stellt die Stadt Bad Tölz vor große Herausforderungen: „Gerade jetzt in der Adventszeit ist es unser Anliegen, die Lebensqualität in der Stadt aufrecht zu erhalten.“

Mit diesen Worten leitete Bürgermeister Ingo Mehner jüngst den Presse-Rundgang in der Tölzer Marktstraße ein. Selbst ohne Christkindlmarkt müsse versucht werden, die wirtschaftlichen Strukturen zu erhalten und gleichzeitig die Hygiene-Vorschriften einzuhalten.

Auch wenn keine klassische Christkindlmarkt-Stimmung aufkommen kann, so sind doch sieben Hütten auf der historischen Marktstraße aufgestellt wurden. In zwei davon bietet der Unternehmerverein einen speziellen „Gschenk-Packerl-Service“ an. Bis zum Heiligen Abend, jeweils von Donnerstagnachmittag bis Samstag 16 Uhr, können Kunden an den beiden Verpackungshütten am Marienbrunnen und am „Winzerer“ ihre Waren kostenlos verpacken lassen. „Damit soll das Einkaufen in den Geschäften aufgrund der aktuell Corona-bedingten begrenzt zugelassenen Anzahl von Kunden in den Geschäften entzerrt werden“, erklärte der Erste Vorsitzende Dr. Ralph Munkert.

In den fünf weiteren Hütten gibt es ein gastronomisches Angebot. Freilich „nur to-go, wie es auf neudeutsch heißt“, so der Bürgermeister. Das heißt der Verzehr am jeweiligen Stand ist nicht erlaubt. Das Angebot reicht von Würsch­tel über Fisch bis hin zu süßen Crêpes. „Somit ist nur die Bratwurst auf die Hand zwischen zwei Einkäufen erlaubt“, so der Bürgermeister. Gleichzeitig appellierte er an alle Marktstraßen-Kunden, die Abstandsregeln und die Maskenpflicht einzuhalten. Ein Sicherheitsdienst ist beauftragt.

Virtueller Kalender und Playmobil-Figuren

„Bei den Gastro-Hütten haben wir unter einer großen Anzahl von Bewerbern nur solche ausgewählt, die bereits einen gültigen Bescheid für den Christkindlmarkt hatten“, erklärt zudem Susanne Frey-Allgeier, die stellvertretende Leiterin der Tölzer Tourist Info. Zudem wies sie darauf hin, dass es auf der Internetseite der Tölzerstadt (www.bad-tölz.de) heuer einen virtuellen Adventskalender geben wird, bei dem Preise zu gewinnen sind. Neu ist zudem der „Tölzer Krippenweg“. In insgesamt 57 Geschäften werden in den Schaufenstern Krippen ausgestellt. In großer Vielfalt: Von der alpenländischen Krippe bis hin zu afrikanischen Motiven, sogar eine mit Playmobil-Figuren ist mit dabei. „Ich wusste gar nicht, dass wir in Tölz so viele Geschäfte haben“, sagte Wolfgang Friedl, Vorstand vom Krippenverein. Er hat die Aktion zusammen mit der Stadt ins Leben gerufen. Von einer „netten“ Episode erzählte Friedl, als er in einem Geschäft merkte, dass die Verkäuferin offensichtliche Verständnisprobleme hatte. „Wissen sie, was eine Krippe ist?“, habe er gefragt. „Ja, Fieber messen“, lautete die Antwort der Frau. Jetzt wird auch dort eine Krippe im Schaufenster stehen.

Und selbst der Schandfleck der Marktstraße, das ehemalige Hillebrand-Hutgeschäft mit Myriaden von Fliegenleichen im Schaufenster, wurde für die Weihnachtszeit 2020 „umdekoriert“. Heuer ziert ein großformatiges Bild der Tölzer Stadtkrippe das Hillerbrand-Schaufenster. Komplett gestrichen wurden die Pläne eines kleinen Winterdorfs am Kurhaus. Ewald Scheitterer

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