Stadt beauftragt Planungsbüro

Bauausschuss debattiert über Umgestaltung der Marktstraße

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Die Marktstraße soll trotz engen finanziellen Spielraums aufwändig umgestaltet werden.

Wolfratshausen – Rund 100.000 Euro beträgt das Honorar, das die ARGE mahl gebhard konzepte & BPR Dr. Schäpertöns Consult für die Freianlagen- und Verkehrsplanung in der Markstraße erhält. Dafür sprachen sich sieben von zehn Mitgliedern des Bauausschusses aus.

Bereits im Herbst 2018 initiierte die Stadt einen mehrmonatigen Bürgerbeteiligungsprozess. Die in Workshops erarbeiten Zielvorgaben fließen nun die Arbeit des Planungsbüros ein. Dazu gehören unter anderem die höhengleiche Gestaltung der Marktstraße und die Verschwenkung der Fahrbahn. Dass allein für die Planung schon rund 100.000 Euro veranschlagt werden, hält Stadtrat Richard Kugler (parteifrei für die CSU, demnächst Wolfratshauser Liste) in Zeiten der Corona-Krise für riskant. „Wir wissen nicht, ob wir uns das leisten können“, gab er zu bedenken. Ebenso wie Kugler plädierten auch Gerlinde Berchtold (SPD) und Dr. Manfred Fleischer (CSU) dafür, das Vorhaben zu verschieben. Fleischer erinnerte an die wahrscheinlich 60 Millionen Euro teure Sanierung der Mittelschule. „Das ist ein Pflichtaufgabe für die Kommune, die Marktstraße nicht!“, befand er. 

Fleischer forderte die Erstellung einer Prioritätenliste, auf der die Dringlichkeit städtischer Projekte abgestuft wird. Zweiter Bürgermeister Fritz Schnaller (SPD) sprach sich wie sechs weitere Mitglieder des Bauausschusses für die sofortige Vergabe des Planungsauftrages aus. „Das ist eine Perspektive für die Unternehmer in der Altstadt, die seit Wochen ihre Geschäfte geschlossen haben müssen. Diese 100.000 Euro kann man vertreten“, glaubt er. Dr. Hans Schmidt (Bündnis 90/Grünen) sieht nach dem Planungsauftrag immer noch einen zeitlichen Spielraum. „Wenn die Auswirkungen der Corona-Krise ausgewertet sind, können wir immer noch über die Umsetzung entscheiden“, erklärte Schmidt. In diesem Zusammenhang erkundigte sich CSU-Fraktionssprecher Günther Eibl bei Bürgermeister Klaus Heilinglechner (Bürgervereinigung Wolfratshausen) nach den weiteren Einflussmöglichkeiten der Stadträte. Der Rathauschef versicherte, dass die Anregungen der Stadträte und der Bürger weiterhin in den Planungsprozess aufgenommen werden. Heilinglechner rechnet damit, dass die Planung im Februar 2021 abgeschlossen ist. ph

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