Jahresbericht der Tölzer Kämmerei zu städtischen Beteiligungen

Stadt prüft Anteile

Bad Tölz – Von der Kurfürstin Holding AG mit Liegenschaften in Bad Heilbrunn bis zum FlintCenter („Schnecke“) – die Stadt Bad Tölz hat zahlreiche Beteiligungen an privaten Unternehmen, die einmal im Jahr offen gelegt werden müssen.

Am Dienstag nahm der Stadtrat den entsprechenden Bericht der Kämmerei zur Kenntnis, der nun auch noch öffentlich ausgelegt wird. Wie Kämmerer Hermann Forster ausführte, ist die Stadt zu 27,8 Prozent an der Tölzer Jodquellen AG beteiligt, die nach wie vor das „Heilmittel Jodquelle“ verwertet. Im Jahr 2011 musste man bei einem Umsatz von 7,8 Millionen Euro einen Verlust von 3,4 Millionen Euro hinnehmen. Die Besucherzahl im Spaßbad Alpamare belief sich auf nur noch 175.422, was durchschnittlich 480 Schwimmer pro Tag ausmacht. „Da hatten wir schon mal das Doppelte“, sagte der Kämmerer, der weiter von einem Rückgang der Zimmerbelegung im Hotel Jodquellenhof berichten musste: Die 71 Zimmer waren im Jahr 2011 im Durchschnitt nur noch knapp zur Hälfte belegt. Laut Aussage von Jodquellen-Vorstand Dr. Anton Höfter bemüht man sich hier, „mit dem Ausbau des Wochenend- und Feriengeschäftes sowie des Seminarbetriebs konsequent Schwerpunkte zu setzen“. Wie der Kämmerer weiter berichtete, sind die von der Jod AG errichteten Fontavia Parkvillen im Herderpark mittlerweile zu 100 Prozent verkauft. Hier bestehen aber laut Jahresabschluss 2011 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 2,7 Millionen Euro. Die gute Nachricht: Die Stadt trägt keine Defizite und keine Darlehensrisiken. Eine abgespaltene Firma der Jodquellen AG ist auch die Kurfürstin Holding AG, die in den zurückliegenden Jahren mehrfach für Schlagzeilen sorgte, verwaltet sie doch den Grundbesitz und die Kuranlagen in Bad Heilbrunn. „Hier ändert sich nichts, höchstens gestalterisch“, konnte sich der selbst in Heilbrunn wohnende Kämmerer einen Seitenhieb nicht verkneifen. Durch Bauzäune und vernagelte Fenster hatte die Holding, an deren Spitze Alpamare-Gründer Dr. Max Höfter steht, mehrfach für Aufregung und Proteste gesorgt. Das rein finanzielle Jahresergebnis weist ein Minus in Höhe von 17.000 Euro aus. Auch beim rein städtischen Kurhausverein gab es ein Minus in Höhe von 44.000 Euro, das rührt aber von der seit 2009 abgeschlossenen Generalsanierung des Gabriel-von-Seidl-Baus an der Ludwigstraße her. Insgesamt hat man noch Bankkredite in Höhe von 628.000 Euro zu tilgen. Dem gegenüber stehen Einnahmen durch Veranstaltungen und die Verpachtung des Restaurants. Sehr erfreulich ist die Beteiligung an der SEBA Seilbahn GmbH, besser bekannt als Blombergbahn. „Hier wurde erstmals seit Gründung ein Umsatz von über einer Million Euro erzielt“, freute sich der Kämmerer. Der Gewinn fällt mit 40.000 Euro aber bescheiden aus, zumal Bankverbindlichkeiten von 936.000 Euro bestehen – mit denen die Stadt aber nichts zu tun hat. Mit gut fünf Prozent ist die Stadt auch an der FlintCenter GmbH des Landkreises beteiligt, die bei einem Umsatz von 1,2 Millionen Euro im Jahr 2011 einen Gewinn von fast 100.000 Euro machte. Allerdings, so der Kämmerer: „Seit Gründung des Unternehmens sind Verluste zu verzeichnen.“ Obwohl „nur noch die Schulden der Schnecke drauf sind“, liegen gegenüber Banken noch 9,4 Millionen Euro offen. Durch den Verkauf „von einzelnen parzellierten Einheiten der Schnecke“ soll weiter Geld hereinkommen, sagte der Kämmerer. Den Schulden stünde aber Wert des Gebäudes gegenüber. Der markante Rundbau war nach dem Abzug der Amerikaner auf dem so genannten Paradeplatz errichtet worden und erwies sich seither als Millionengrab. bo

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