Stadt übernimmt Bürgschaft

Tölzer DAV-Hütte am Schafreuter wird für 1.3 Millionen Euro saniert 

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Die derzeit geschlossene Tölzer Hütte auf dem 2.100 Meter hohen Schafreuter im Karwendel wird für 1,3 Millionen Euro generalsaniert. 

Bad Tölz – Schon seit Anfang Mai wird an der 100 Jahre alten Tölzer Hütte der Tölzer Alpenvereinssektion auf dem Schafreuter fleißig gearbeitet. Eine Generalsanierung der 1.835 Meter hoch gelegenen Unterkunft ist geplant, um sie den modernen Erfordernissen und Vorschriften anzupassen. 1,3 Millionen Euro werden dabei verbaut, die in den nächsten Jahren von den aktuell 7.200 Mitgliedern der Tölzer Sektion aufgebracht werden müssen. Dazu hat man auch ein spezielles Spendenkonto bei Sparkasse und Raiffeisenbank eingerichtet. Und die Stadt hat nun eine Bürgschaft zugesagt.

Zwar gibt es einen Zuschuss des Deutschen Alpenvereins (DAV) in Höhe von 346.000 Euro, die restliche Summe soll aber durch Sonderumlagen und eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge aufgebracht werden, außerdem wird die Hütte, die auf Tiroler Gebiet liegt, ab 2021 neu verpachtet, sodass auch dadurch Einnahmen generiert werden. Dennoch muss man zur Finanzierung der derzeit auf Hochtouren laufenden Baumaßnahme am Berg, die möglichst noch heuer abgeschlossen werden sollen, ein Darlehen von 500.000 Euro aufnehmen. Das schlägt mit drei Prozent Zinsen zu Buche, da die geldgebenden Banken eine entsprechende Sicherheit einfordern, die bei einer Berghütte natürlich nicht allzu hoch ist. Deshalb ist die Sektionsführung an die Stadt Bad Tölz herangetreten, ob sie für die halbe Million Euro eine Bürgschaft übernehmen würde, so dass die Darlehenszinsen dann nur noch 0,9 Prozent pro Jahr betragen würden.

In der Übernahme dieses Risikos sah Kämmerer Hermann Forster kein Problem, schließlich sei kaum anzunehmen, dass der Deutsche Alpenverein einmal pleite gehen könnte. In der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses schlug er deshalb vor, diese Bürgschaft einzugehen, die der Tölzer Sektion im besten Fall ein Zinsersparnis von 120.000 Euro bringen könnte. Allerdings, so räumte Forster ein, muss das vom Landratsamt als kommunaler Aufsichtsbehörde genehmigt werden. Nachdem aber keine Wettbewerbsverzerrung zu erwarten sei („Forster: „Es gibt keine ähnliche Hütte in der Nähe.“), sieht er dem Vorgang gelassen entgegen.

Das sahen auch die Ausschussmitglieder so. Anton Mayer (CSU) freute sich, dass die Sektion in ihrem Antrag an die Stadt detailliert aufgelistet habe, was sie investiert. Dies könne auch als Vorbild für andere Antragsteller verstanden werden. Johanna Pfund (Grüne), selbst DAV-Mitglied, fand es eine gute Sache und sprach von einer win-win-Situation. „Das Geld ist gut angelegt, weil in den Vereinsräumen auf der Hütte auch Jugendarbeit gemacht wird.“ Jetzt hofft man nur noch auf die Genehmigung aus dem Landratsamt, dann kann das maximal 13 Jahre laufende Darlehen gewährt werden.bo

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