Nadelöhr in Gelting soll entschärft werden

Die Kurvendiskussion

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Nur schwer einsehbar ist die Kurve an der Wolfratshauser Straße entlang der Kirchenmauer, meinen Viele: Nun soll Gestrüpp weggeschnitten werden und Grund für eine Verbreiterung des Gehweges erworben werden.

Gelting – Wieder ist ein Versuch gescheitert, die neuralgische Kurve an der Wolfratshauser Straße auf Höhe der Geltinger Dorfkirche zu entschärfen. Doch die "unendliche Geschichte" geht weiter.

Die im September provisorisch eingerichtete Ampelanlage jedenfalls war ein Reinfall, wie Bauamtsmitarbeiter Jan Klinger im Bauausschuss mitteilte. Nun versucht die Stadt etwas Neues: der Gehweg soll verbreitert werden und das in die Kurve ragende Gestrüpp zurückgeschnitten werden.

Durch die Ampelanlage konnte der Durchgangsverkehr in Gelting verringert und die Gefahr für Fußgänger entschärft werden. Doch es gibt auch eine Kehrseite der Medaille. Zwei Wochen lang stand das Telefon von Jan Klinger nicht mehr still. Zahlreiche Beschwerdeanrufe gingen bei ihm ein: „Das war alles andere als lustig.“ Denn: Es sei nur ein einziger Befürworter unter den Anrufern gewesen. Die Geltinger hätten sich etwa über den zunehmenden Schleichverkehr in den Wohngebieten und über laufende Motoren beschwert. Negativ äußerten sich überdies Polizei, Feuerwehr und RVO. Daraufin habe die Stadt den Versuch (Kosten: 900 Euro, d.Red.) vorzeitig abgebrochen. Doch das Thema beschäftigt die Stadt weiter. Klinger präsentierte dem Gremium erneut drei Varianten, die Kurve sicherer zu machen. Damit wolle die Stadt den Forderungen der Anwohner Rechnung tragen. 

Variante eins wäre eine Signalanlage für Fußgänger im Kurvenbereich. Doch davor warnte Klinger: „Da machen wir ein neues Fass auf und die Beschwerden werden kommen.“ Auch CSU-Stadtrat Franz Wirtensohn hält davon nichts. Ein Zebrastreifen und eine Signalanlage würde Sicherheit nur vortäuschen. Klingers zweite Variante sieht vor, die Schulkinder über die Straße „Am Haken“ zu lotsen. Dann müssten sie nicht den Kurvenbereich an der Kirche als Schulweg nutzen. Dafür aber einen Umweg von etwa 150 Metern in Kauf nehmen. Der Bauausschuss votierte letztlich für die dritte Variante: Das in die Straße ragende Gestrüpp gegenüber des „Maul-Hofes“ muss weg. Der Eigentümer soll nun aufgefordert werden, es zu entfernen. Weiter wird die Stadt Verhandlungen mit ihm aufnehmen, um Grund zu erwerben und den Gehweg zu verbreitern. 

Bürgermeisterin Cornelia Irmer (parteifrei) forderte die Geltinger Stadträte Wirtensohn und Wolfgang Möckel (CSU) auf, „nun Vorgespräche zu führen“. Nun sei die Geltinger Dorfgemeinschaft gefragt. Ralf Fastner

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