Hohe Investitionen

Stadt will in vier Jahren 57,9 Millionen Euro ausgeben

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Eines von vielen Großprojekten: Für die Neugestaltung des Karl-Lederer-Platzes plant die Stadt 3,5 Millionen Euro ein.

Geretsried – In der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses stellte Monica Wagenknecht, Fachbereichsleiterin Finanzen, den ersten Entwurf des Haushaltplans vor. Demnach spülen vor allem höhere Steuereinnahmen mehr Geld in die Kasse. Investiert wird es vor allem für anstehende Großprojekte.

„Unsere Stadt steht gut da. Sie kann sich sehen lassen, was Aktivität, Attraktivität und Wirtschaftskraft anbelangt“, erklärte Bürgermeister Michael Müller zu Beginn der Sitzung. Trotz großer Investitionen in Höhe von 57,9 Millionen Euro, könne die Stadt in den kommenden vier Jahren sogar noch Schulden abbauen. Das umfangreiche Zahlenwerk präsentierte Finanz-Fachbereichsleiterin Monica Wagenknecht. Demnach weist der Entwurf des Haushaltsplanes 2019 im Ergebnishaushalt einen Jahresüberschuss von 2,46 Millionen Euro aus. Im Finanzhaushalt zeige sich laut Wagenknecht deutlich, wie nötig die Spar- und Entschuldungsmaßnahmen der letzten Jahre waren. So werde der Aufbau der Liquiditätsreserve auf etwa 38 Millionen Euro dringend benötigt, um die Rekordinvestitionssumme von 57,9 Millionen Euro finanzieren zu können. Die Liquiditätsreserve wird plangemäß in vier Jahren auf 12,7 Millionen Euro abgebaut. Zu den Investitionen zahlen unter anderem der Neubau des interkommunalen Hallenbads (die Stadt übernimmt 12,4 des 16-Millionen-Euro-Projekts), die Überdachung des Eisstadions (6,3 Millionen Euro) sowie die Erweiterung und Sanierung der Adalbert-Stifter-Schule (8,5 Millionen Euro). Für die Neugestaltung des Karl-Lederer-Platzes sind bis zum Jahr 2020 3,5 Millionen Euro eingeplant. Hinzu kommen die Errichtung eines Bürgerhauses im Stadtteil Stein (2,8 Millionen Euro), der Umbau des B11-Knotens (400.000 Euro) sowie sonstige Investitionen. Finanziert werden sie zu 48 % aus der Liquiditätsreserve zu 24 % aus laufender Verwaltungstätigkeit und zu 28 % aus Einzahlungen. Dennoch bestehe laut Wagenknecht auch ein Einnahmerisiko. Sie empfahl, auch in Zukunft am Spar- und Konsolidierungsplan festzuhalten.

In der anschließenden Debatte lobten die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses den Entwurf. „Das ist ein solider Haushalt: Wir vollenden Begonnenes“, erklärte Dritter Bürgermeister Gerhard Meinl (CSU). Dennoch kritisierte er auch die fortwährenden Kostenexplosionen bei Großprojekten, die aufgrund der boomenden Baubranche entstehen. „Da gibt es aber kein Auskommen: Wir dürfen den Fokus auf das, was wir tun müssen, nicht verlieren“, forderte Meinl. Lorenz Weidinger (Freie Wähler) sieht das ähnlich. „Ich sehe in diesem Haushalt keine großen Wünsche mehr offen“, stellte er zufrieden fest. Volker Witte (Bündnis 90/Grüne) lobte vor allem die Fortschritte bei der Zentrumsumgestaltung: „Es wäre schön, wenn der Karl-Lederer-Platz rechtzeitig fertig wird“. Volker Reeh (CSU) warnte indes davor, dass die Finanzmittel ab 2019 drastisch abnehmen. Am Ende beschloss der Haupt- und Finanzausschuss einstimmig, den vorliegenden Produktplan 2018 dem Stadtrat vorzulegen. Peter Herrmann

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