Steigende Nutzung

Stadtarchiv verzeichnet reges Besucherinteresse

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Will noch mehr Führungen anbieten: Stadtarchivar Simon Kalleder (2.v.l.).

Wolfratshausen – Vor knapp zwei Jahren wurde das Stadtarchiv vom ehemaligen Pumpenhäuschen am Loisachufer in die Räume der ehemaligen Landwirtschaftsschule an der Bahnhofstraße verlegt. Der Umzug hat sich laut Stadtarchivar Simon Kalleder jetzt schon ausgezahlt.

In der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses zeigte sich Kalleder zufrieden mit der bisherigen Besucherresonanz. Demnach verzeichnete er im vorigen Jahr 411 Besucher. 115 Personen nahmen an insgesamt sechs Führungen teil. Zu Ausstellungen kamen 132 Interessierte. Zudem erhält der Stadtarchivleiter nach wie vor zahlreiche telefonische oder digitale Anfragen zur Ahnenforschung oder Nachlassverwaltung. „Eine Nachfrage kam sogar aus Mexiko“, berichtete er. Erfreulich sei auch, dass die vorübergehenden klimatischen Probleme im Fotoarchiv mittlerweile durch die Anschaffung eines Luftentfeuchters und den Einbau neuer Fenster behoben wurden. Aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung sind in Zukunft zwar noch weitere Investitionen wie etwa der Kauf eines zweiten Mikrofilmlesegeräts geplant. „Die Kosten halten sich aber im überschaubaren Rahmen“, erklärte Kalleder. 

Neben Gastvorträgen ist in diesem Jahr eine Ausstellung zur bayerischen Verfassungsgeschichte vorgesehen. Kalleder setzt hier auf die bewährte Kooperation mit dem Heimatmuseum und der Stadtbücherei. Zudem findet voraussichtlich im Herbst ein Treffen von Heimatforschern aus dem Landkreis statt. Die Mitglieder des Hauptausschusses lobten einhellig Kalleders Wirken. „Man hat gemerkt: Wenn Sachverstand auf Herzblut trifft, kommt was Gescheites dabei heraus“, zeigte sich Peter Plößl begeistert. 

Der CSU-Stadtrat und Lehrer am Ickinger Rainer-Maria-Rilke-Gymnasium empfahl jedoch, die Vernetzung mit den Schulen noch auszubauen. So könnte jungen Menschen beispielsweise vermittelt werden, wie ein Archiv beziehungsweise die Recherche von Quellen funktioniert. „Diese Fähigkeiten sind im Studium oder später sehr nützlich“, unterstrich Plößl. Manfred Menke (SPD) erkundigte sich in diesem Zusammenhang auch, ob die Anmeldung von gymnasialen P-Seminaren möglich sei. Kalleder bejahte und räumte ein, dass die Anzahl von Schülerführungen noch ausbaufähig sei. „Wir können da noch proaktiver wirken“, versprach er. Peter Herrmann

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