Miteinander: essen, tanzen, singen

Stadtbücherei und Asylhelferkreis feiern mit internationalen Gästen

Für weitere musikalische Höhepunkte im Büchereigarten sorgte die griechische Gemeinde aus Geretsried, deren Tänzerinnen auch das Publikum zum Mitmachen aufforderte.

Wolfratshausen – Zum dritten Mal veranstalteten die Stadtbücherei und der Asylhelferkreis ein interkulturelles Fest im Garten der Stadtbücherei. Der Einladung folgen rund 120 Gäste unterschiedlicher Herkunft.

Ob Japan, Syrien oder Brasilien – die Herkunftsländer der Wolfratshauser Bürger könnten unterschiedlicher nicht sein. Das wissen auch Stadtbücherei-Leiterin Silke Vogel und Ines Lobenstein vom Asylhelferkreis, die Sonntag zum dritten Mal ein interkulturelles Fest veranstalteten. „In Wolfratshausen leben Menschen aus 111 Nationen friedlich zusammen und das wollen wir heute feiern“, betonte Lobenstein.

Dazu passte die musikalische Eröffnung des A-cappella-Ensembles „Farbton“, das sich aus jungen Chorsängern der Wolfratshauser Musikschule gebildet hat. Ebenso bunt war das Buffet gedeckt: Neben mexikanischen Tacos lagen gefüllte Weinblätter nach griechischer Art und einheimische Kuchensorten. Übrigens: An die klimaschutzfreundliche Vorgabe, eigene Teller und Besteck mitzunehmen, hielten sich die meisten der rund 120 Gäste.

Vom harmonischen Miteinander waren auch Aziza Alabdullah und ihr Lebensgefährte Hassan Mansour angetan. Auf ihrer Flucht aus dem zerbombten Aleppo landeten sie zunächst in den nordrhein-westfälischen Großstädten Düsseldorf und Duisburg. „Dort hat es uns nicht so gut gefallen, in Wolfratshausen sind die Menschen viel freundlicher“ berichtete Mansour. Die einzige Tochter des Paares ist mittlerweile ein Jahr und acht Monate alt. „Ich habe sie hier in der Kreisklinik zur Welt gebracht“, erzählte die 26-jährige Aziza Abdullah. Ganz sorgenfrei kann die junge Familie das Leben in der Flößerstadt dennoch nicht genießen. „Meine Mutter und meine drei Geschwister halten sich derzeit noch in der Türkei auf und warten auf die Ausreise nach Deutschland“, bedauert die Syrerin. Der erhoffte Familiennachzug ist mit vielen bürokratischen Hürden verbunden.

Für weitere musikalische Höhepunkte im Büchereigarten sorgte die griechische Gemeinde aus Geretsried, deren Tänzerinnen auch das Publikum zum Mitmachen aufforderte. Etwas ruhigere Töne schlugen das Trio ZAKK und der Gaudeamus-Chor der Geretsrieder Musikschule an. Beide Formationen präsentierten internationale Lieder.

Den Bewegungsdrang der Kinder befriedigten die Helfer der Stadtbücherei und des Asylhelferkreises mit diversen Spielen. Zum Gelingen des Festes trugen zudem die Partnerschaftsvereine Iruma-Wolfratshausen sowie Barbezieux-Wolfratshausen bei. Peter Herrmann

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