Traumberufe für Kinder

Stadtbücherei freut sich über gut besuchte Minimesse

Die Schülerin Magdalena Keul ließ sich von Friseurmeisterin Margot Bellini die Haare stylen.

Geretsried – Einige Kinder wissen schon früh, welche berufliche Laufbahn sie einmal einschlagen wollen. Was die Mädchen und Buben dafür tun müssen, erfuhren sie nun aus erster Hand bei einer Mini-Berufsmesse in der Stadtbücherei.

Ob Pilot, Autorin, Lehrerin, Bauer, Hebamme, Ingenieur, Polizist, Friseurin, Feuerwehrmann, Kfz-Mechaniker oder Tierärztin – Anja Hagen hat sie am vergangenen Wochenende alle zusammengetrommelt. „Ich habe festgestellt, dass viele junge Leser Bücher ausleihen, in denen diese Berufe vorgestellt werden“, erklärt die stellvertretende Büchereileiterin. Weil theoretisches Wissen aber allein nicht ausreicht, hat sie Vertreter verschiedener Berufe am Wochenende zu einer zweistündigen Minimesse eingeladen. Eltern und Kinder ab sechs Jahren durften nicht nur Fragen stellen, sondern auch praktische Erfahrungen sammeln.

„Mir gefällt’s richtig gut hier“, schwärmte Magdalena Keul. Die elfjährige Schülerin zog es zum Stand von Friseurmeisterin Margot Bellini, die auch gleich ihre Haare verschönerte. Ob sie später mal, diesen Beruf ergreifen will, weiß das Mädchen noch nicht. „Es ist schwer, zuverlässige Azubis zu finden“, räumt Bellini ein. Viele Teenager brechen die Ausbildung nach kurzer Zeit ab oder erscheinen unpünktlich am Arbeitsplatz. Großes Gedränge herrscht bei den Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehr. Manuela Palik und ihr Team zeigten den Kindern die Funktionsweise von Atemschutzmasken oder Wärmebildkameras. „Aus Hygienegründen dürfen sie die Masken aber nicht aufsetzen“, erklärt Palik. Unproblematischer ist das Anprobieren von Helmen und Feuerwehrjacken. Wenig Meter weiter demonstrierte die Veterinärin Dorina Lux, wie man verletzten Tieren einen Verband anlegt. „Das Interesse der Mädchen und Buben ist groß, es gibt in meinem Beruf aber auch viele Späteinsteiger“, stellt die Münsingerin fest. Um das anspruchsvolle Studium beginnen zu können, ist meist ein sehr gutes Abitur nötig. Deutlich niedriger sind die Hürden, um eine Kfz-Mechatroniker-Lehre zu beginnen. „Wir bilden auch Bürokauffrauen aus“, sagte Lucie Matl vom gleichnamigen Königsdorfer Autohaus. Sportlich ging es am Stand des ESC Riverrats Geretsried zu. „Die Chancen als Eishockeyspieler viel Geld zu verdienen sind gering“, erklärt ESC-Nachwuchskoordinator Matthias Wirag. Wer wollte, konnte die Ausrüstung eines Torhüters anprobieren und Videoaufnahmen mit Spielszenen anschauen. Überschaubar war übrigens zunächst die Resonanz am Tisch von Michael Müller. „Will denn hier keiner Bürgermeister werden?“, fragte sich der Rathauschef verwundert. Andere Berufe haben scheinbar deutlich mehr Anreize zu bieten. Peter Herrmann

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