Wissenswertes über Demenz

Stadtbücherei Wolfratshausen unterstützt Alzheimer Gesellschaft Isar-Loisachtal

Stadtbücherei Geretsried
+
Stellten ein neues Demenz-Regal vor: (v. l.) Stadtbüchereileiterin Silke Vogel, Dieter Käufer von der Alzheimer-Gesellschaft, die stellvertretende Stadtbüchereileiterin Martina Lechner, AWO-Ortsvorsitzende Gerlinde Berchtold und Gabriele Strauhal vom AWO Demenzzentrum.

Wolfratshausen – Rund 240.000 demenziell erkrankte Menschen leben derzeit in Bayern. In zehn Jahren werden es voraussichtlich 340.000 sein.

Grund genug für die Alzheimer Gesellschaft Isar-Loisachtal und die Stadtbücherei Wolfratshausen, mit einem neuen Angebot über die Erkrankung zu informieren.

„Da unsere größeren Veranstaltungen pandemiebedingt ausfallen müssen, wollen wir Informationen zum Mitnehmen bieten“, erklärt Dieter Käufer. Der Vorsitzende der Alzheimer Gesellschaft Isar-Loisachtal hat in Zusammenarbeit mit dem AWO Demenzzentrum am Paradiesweg eine umfangreiche Liste mit Fachliteratur, Ratgebern und Romanen zusammengestellt.

Die Stadtbücherei prüfte daraufhin ihren Bestand und kaufte einige Bücher an. So stehen nun in einem gut sichtbaren Regal rund 100 Medien – darunter auch CDs, DVDs und Spiele. Laut Schätzungen von Dieter Käufer gibt es allein im Landkreis etwa 2.700 demenziell erkrankte Menschen, Tendenz steigend. „Die Dunkelziffer dürfte noch viel höher liegen“, befürchtet er.

Das nun vorliegende Informationsangebot könne jedoch nur ein erster Schritt sein. „Ich werde mich für ein demenzsensible Stadt einsetzen“, verspricht Gerlinde Berchtold. Die Vorsitzende des AWO-Ortsvereins ist zugleich Sozialreferentin des Wolfratshauser Stadtrats und will dafür sorgen, dass auch Polizei, Feuerwehr und Mitarbeiter der Stadtverwaltung Schulungen für den Umgang mit Demenzpatienten erhalten. Denn eine medizinische Lösung ist noch nicht absehbar.

„Von der Heilung der Krankheit sind wir noch mindestens ein Jahrzehnt entfernt“, prognostiziert Käufer. Betroffen seien nicht nur die Erkrankten, sondern auch die Familien, das soziale Umfeld, die Beratungsstellen, die ambulanten und stationären Einrichtungen, Ärzte, Krankenhäuser und kommunale Einrichtungen. „Trotz einer steigenden Zahl von Menschen mit Demenz fehlt es in Deutschland an ausreichenden Unterstützungskonzepten für sie und ihre Familien“, bedauert Käufer. Eine Demenz führe oft zu ungewöhnlichem Verhalt das zum Beispiel bei der Arbeit, im Sport oder beim Einkaufen auffällt. Wichtig sei, dass sich Freunde, Familie, Nachbarn und Mitbürger nicht abwenden, sondern über die Erkrankung reden. „Menschen mit Demenz wollen weiterhin an gemeinsamen Aktivitäten teilhaben und den Alltag möglichst selbstbestimmt gestalten. Dazu braucht es mehr Wissen und Verständnis in der gesamten Gesellschaft“, fordert der Vorsitzende der Alzheimer Gesellschaft Isar-Loisachtal. Peter Herrmann

Auch interessant

Kommentare