Kostenlose Stadtbustickets

Stadt verteilt Gratis-Fahrscheine für Schüler und Senioren

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Schüler und Senioren dürfen den Stadtbus kostenlos nutzen.

Wolfratshausen – Seit Jahresanfang dürfen Senioren den Stadtbus kostenlos nutzen. Ab dem 1. September erhalten auch Schüler Gratistickets. Der Stadtrat befürwortete einen entsprechenden Antrag der interfraktionell besetzen Arbeitsgruppe Stadtbus.

Laut einem Bericht der Stadtverwaltung wird das Angebot von den Senioren bisher sehr gut angenommen. So haben die vom Stadtrat im Dezember beschlossenen 5.000 Tickets bei Weitem nicht für die vorab angemeldeten interessierten Senioren gereicht. Daher mussten bereits kurz vor Weihnachten weitere Tickets nachbestellt werden. Diese insgesamt 10.000 Tickets waren bis Mitte Januar vergriffen, sodass nochmal 5.000 Tickets nachbestellt werden mussten. Insgesamt wurden bisher an etwa 350 Senioren 15.000 Tickets ausgegeben.

„Das Ergebnis kann nur als sehr erfreulich bezeichnet werden“, bilanzierte Bürgermeister Klaus Heilinglechner (Bürgervereinigung Wolfratshausen). Dr. Hans Schmidt (Bündnis 90/Grüne) von der Arbeitsgruppe Stadtbus verwies darauf, dass die Stadt etwa 50.000 Euro für die Seniorentickets ausgibt. Der Nettobetrag, also abzüglich der Rückerstattung durch den MVV, kann laut Schmidt aber erst zwei Jahre später ermittelt werden.

Mit 19:6 Stimmen befürworteten die Stadträte nun auch den Beschluss, dass das Angebot ab dem 1. September auch für Wolfratshauser Schüler auf die Ausgabe von Kurzstreckentickets umgestellt wird. Mit dem Kurzstreckenticket kann nur innerhalb des Stadtgebietes von Wolfratshausen gefahren werden. Die Karten werden seitens des MVV als nicht erstattungsfähig gekennzeichnet, um Missbrauch zu unterbinden. Zudem können nur solche Schüler aus Wolfratshausen kostenlose Kurzstreckentickets erhalten, die innerstädtische Buslinien für eine Entfernung von mindestens drei Haltestellen nutzen können und kein Recht auf ein kostenloses 365-Euro-Ticket haben und auch keine Selbstzahler für das 365-Euro-Ticket sind. Die Schüler und gegebenenfalls die Erziehungsberechtigten müssen sich registrieren lassen und die geplante Strecke mit einer Entfernung von mindestens drei Haltestellen angeben. Sie erhalten zunächst 20 kostenlose Kurzstreckentickets. Wenn sie entwertete Tickets bei der Stadt vorlegen und die Stadtverwaltung stichprobenartig die rechtmäßige Nutzung geprüft hat, erhalten sie Nachschub im Umfang von maximal 60 Karten. Sollten die Kosten für die Stadt zu hoch werden, könne der Stadtrat laut Schmidt „die Notbremse ziehen“. Bisher konnten die Schüler eine MVV-Dauerkarte nutzen, die die Stadt bezahlt hat.

Der Stadtrat hat jedoch bereits in seiner Junisitzung beschlossen, das MVV-Angebot zu kündigen, weil die Stadt dafür einen Vorschuss in Höhe von 180.000 Euro zahlen musste und die Höhe der Rückerstattung durch den MVV nicht absehbar ist. Darüber hinaus profitieren Schüler vom 365-Euro-Jahresticket für das Gesamtnetz, das sie – je nachdem wie groß die Entfernung von Wohnort und Schule ist – entweder selbst zahlen oder vom Landkreis erstattet bekommen. SPD-Fraktionssprecher Fritz Meixner und Bürgermeister Klaus Heilinglechner halten die nun vom Stadtrat beschlossene Schüler-Regelung deshalb für überflüssig. Peter Herrmann

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