WC-Anlage ungewiss

Stadtfinanzausschuss diskutiert über Sanitäranlage an Blomberg-Bergstation

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Die angedachte Toilettenanlage am Blomberg in der Nähe der Lift-Bergstation steht wegen technischer Schwierigkeiten auf der Kippe.

Bad Tölz – 80 Posten umfasst die Liste, die Kämmerer Hermann Forster in der jüngsten Sitzung dem Finanzausschuss des Tölzer Stadtrates zur Beratung vorlegte. Rund zwei Stunden wurde über aktuelle und künftige Projekte diskutiert, wobei der bewährte Finanzfachmann auch einige eher unerfreuliche Überraschungen parat hatte.

So hatte man eigentlich schon vor einiger Zeit beschlossen, am Blomberg in der Nähe der Sessellift-Bergstation eine WC-Anlage zu errichten, schließlich ist das derzeit nur am Wochenende von der Familie Ginhart bewirtschaftete Blomberghaus mit seinen Toiletten gut zehn Minuten Fußmarsch entfernt. Außerdem steht für die Liftbenutzer im Fall eines Unwetters keinerlei Regenschutz zur Verfügung.

Doch Stadtrat Anton Mayer (CSU) fiel auf, dass heuer im Finanzplan keinerlei finanzielle Mittel bereitgestellt werden. Dazu gaben Forster und Bürgermeister Josef Janker (CSU) bekannt, dass die Umsetzung des Projektes völlig offen sei. Man sehe derzeit keine technische Möglichkeit, eine Wasser- und die Abwasserleitung an den vorgesehenen Standort zu verlegen. Geologen hätten wegen des labilen Geländes vor einem Leitungsbau auf der Nordseite gewarnt, so Janker. Margot Kirste (FWG) fragte, ob es nicht möglich wäre, die Toilette mit einer Versitzgrube anzulegen. Das scheitert daran, dass schwere Lkw, die die entsprechende Grube leeren könnten, den Wanderweg bis auf 1.200 Meter Höhe nicht befahren können.

Dennoch will man die Flinte noch nicht ganz ins Korn werfen, zumal der Blomberg nach dem Willen der Tourist Information als die Tölzer touristische Attraktion ausgebaut werden soll. So sind heuer 100.000 Euro für die Gestaltung des Entdeckerpfades vorgesehen, zudem hat man erst im vergangenen Sommer einen Blomberg-Kümmerer eingestellt. Auch der vom Tölzer Kunstverein angelegte Kunstwanderweg wurde von Sturm und Winter in Mitleidenschaft gezogen.

Besser schaut es mit dem umstrittenen Kneippbecken im Gabriel-von-Seidl-Kurgarten aus, das heuer angelegt werden soll. Die Gesamtkosten liegen zwar bei 270.000 Euro, es ist aber eine erhebliche Förderung zugesagt worden. Im April soll es losgehen (wir berichteten).

Eine längere Diskussion gab es auch über die zusätzliche Sporthalle an der Dreifachturnhalle Jahnstraße für den Tölzer Turnverein. Hier war in der Vergangenheit eine Bewegungshalle angedacht gewesen. Neuerdings wünscht man sich aber, so FWG-Stadträtin und Übungsleiterin Ulrike Bomhard, eher einen Raum für die neue Reha-Abteilung, die stark expandiert. „Die Volkshochschule könnte viele Kurse anbieten, aber es ist kein Platz da“, bedauerte sie. Ähnlich äußerte sich Dritter Bürgermeister Christof Botzenhart.

Bürgermeister Josef Janker ließ den Mangel an Turnhallen-Plätzen nicht gelten, Tölz sei hier im Vergleich zu anderen Gemeinden „vorbildlich“. Kämmerer Hermann Forster warnte davor, dem Verein unentgeltlich Räumlichkeiten für das Reha-Angebot zur Verfügung zu stellen. Da es in Tölz zahlreiche gewerbliche Reha-Anbieter gebe, könnte es zu einer unzulässigen Wettbewerbsverzerrung kommen. Anton Mayer und Franz Mayer-Schwendner (Grüne) plädierten dennoch dafür, für das im Januar 2019 grundsätzlich befürwortete Vorhaben heuer noch Planungskosten vorzusehen. Interessant in diesem Zusammenhang, dass der 2. Vorsitzende des Tölzer Turnvereins, Michael Ernst, für die SPD bei den anstehenden Wahlen Tölzer Bürgermeister werden will. bo

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