Mobilitätswende im Fokus

Stadträte aus Geretsried und Wolfratshausen gehen zum zweiten Mal in Klausur

+
Moderierte die Stadtratsklausur in der Isardamm-Grundschule: Dr. Götz Braun (l.).

Geretsried/Wolfratshausen – Zu einer vierstündigen Klausur trafen sich insgesamt 42 Stadträte aus Geretsried und Wolfratshausen jüngst in den Räumen der Isardamm-Grundschule. Dabei wurden in verschiedenen Arbeitsgruppen Stärken und Schwächen der Mobilitätsstrukturen in beiden Städten erörtert sowie Maßnahmen vorgeschlagen.

Ziel bleibt laut dem Geretsrieder Pressesprecher Thomas Loibl die „Erarbeitung eines städteübergreifenden Mobilitätskonzeptes“. Bei der zweiten gemeinsamen Stadtratsklausur – die erste fand im Oktober 2019 in Wolfratshausen statt – wurden verschiedene Arbeitsgruppen gebildet, die Stärken und Schwächen in den jeweiligen Städten herausarbeiten sollten. Die Moderation übernahmen Sabine Hafner und Dr. Götz Braun von der renommierten Kommunalberatungsgenossenschaft „KlimaKom“. Nach einem Vortrag des Mobilitätsexperten Tobias Kipp wurden die Teilnehmer aufgefordert, verschiedene Perspektiven einzunehmen. Dank der unterschiedlichen Sichtweisen von Jugendlichen, Pendlern, Eltern, Händlern und Arbeitgebern entstand ein vielschichtiges Bild, dem entsprechende Vorschläge in den Bereichen ÖPNV, Parken, E-Mobilität und Radverkehr folgten. Die Ergebnisse der ÖPNV-Gruppe stellte dann die Wolfratshauser Stadträtin Annette Heinloth (Bündnis 90/Grüne) vor. Sie plädierte für die Einrichtung eines gemeinsamen Stadtbusses beziehungsweise eines Shuttleservices, der beliebte Ziele wie beispielsweise den Märchenwald ansteuert. Freilich räumte Heinloth auch ein, dass der öffentliche Nahverkehr eine Angelegenheit des Kreises sei. Die Städte Wolfratshausen und Geretsried könnten jedoch ein gemeinsames Stadtbus-Konzept entwickeln. Mit der Situation der Radfahrer und Fußgänger befasste sich eine Gruppe, deren Ergebnisse der Geretsrieder Stadtrat Heiko Hawla (Freie Wähler) vorstellte. So wurde ein Radschnellweg zwischen den beiden Städten gefordert, da die bestehende Radverbindungsstrecke laut Hawla „zu schmal“ sei. Verbessert beziehungsweise erweitert werden müssten zudem Querungshilfen und die Beleuchtung an Radwegen. Für eine weitere Arbeitsgruppe sprach Moderatorin Sabine Hafner. Sie schlug vor, Parkplätze in den Innenstädten zu verteuern, Sammeltaxi-Systeme zu etablieren und Shuttlebusse von Parkhäusern am Stadtrand einzurichten. Als sinnvoll erachteten die 22 Geretsrieder und 20 Wolfratshauser Stadträte zudem die Einstellung eines gemeinsamen Mobilitätsmanagers. Am Ende zog der Wolfratshauser Bürgermeister Klaus Heilinglechner ein zufriedenes Fazit. „Ich bedanke mich bei allen, die hier so konstruktiv zusammengearbeitet haben“. Sein Geretsrieder Amtskollege sah das genauso: „Wir haben heute einen wichtigen Grundstein gelegt, das ist aber noch nicht der Weisheit letzter Schluss“, räumte Michael Müller ein. Peter Herrmann

Auch interessant

Kommentare