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Stadträte loben modernes Konzept für „Museum Wolfratshausen“

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Tobias von Wolffersdorff (r.) präsentierte dem Kulturausschuss die Vorentwurfsplanung für das neue Museum.
Tobias von Wolffersdorff (r.) präsentierte dem Kulturausschuss die Vorentwurfsplanung für das neue Museum. © Herrmann

Wolfratshausen – Die Sanierung der Räume des Heimatmuseums am Untermarkt hat bereits vor einem halben Jahr begonnen. Nun präsentierte das Augsburger Büro Thöner von Wolffersdorff dem Kulturausschuss ein modernes Gestaltungskonzept.

Zentrale Elemente sind ein Zeitstrahl, der alle wichtigen Ereignisse der Wolfratshauser Geschichte veranschaulicht, sowie eine Darstellung der Loisach. Um sie herum laden offen gestaltete Räume mit interaktiven Stationen, Bildern, Texten und Exponaten zum Verweilen ein. „Wir wollen möglichst viel herzeigen, die Räume aber auch nicht vollstopfen“, erklärte von Wolffersdorff.

Dazu gehört für ihn beispielsweise der Alltag der Vereine und Brauchtumsgruppen, die Entwicklung der Gewerbebetriebe, die Geschichte der Flößerei und die Erlebnisse prominenter Zeitzeugen wie beispielsweise dem Lyriker Rainer Maria Rilke, der 1897 mit Lou-Andreas Salomé einen Liebessommer am Fuße des Bergwaldes verbrachte.

Flößerei-Attraktionen

Zudem legen die Planer viel Wert auf eine stetige Fortschreibung der Geschichte. „Der Strahl soll Stück für Stück bis zum Jahr 2050 erweitert werden“, erklärte Tobias von Wolffersdorf. Nur so könne das Museum in Bewegung bleiben und von den Besuchern „gelebt“ werden. Deshalb soll am Ende des Zeitstrahls eine interaktive Stadtwerkstatt eingerichtet werden. „Dort können Besucher das Museum mitgestalten“, versprach der Planer.

Als weitere Höhepunkte nannte er den historischen Geigerladen, der in einem eigenen Raum zu sehen sein soll, sowie diverse Flößerei-Attraktionen. So soll ein Erker zu einem begehbaren Floß werden. Selbstverständlich gibt es auch Exponate zum Schutzheiligen Nantovinus, dem ein Schrein gewidmet ist.

Multifunktionsraum im Erdgeschoss

Den Mitgliedern des Kulturausschusses gefiel der Vorentwurf. „Sehr schön, dass hier alle Sinne angesprochen werden“, lobte Dr. Ulrike Krischke (Bürgervereinigung Wolfratshausen). Sie vermisste lediglich einen Hinweis auf den Waldramer Erinnerungsort Badehaus, in dem vor allem die Zeit der Rüstungsbetriebe und das Schicksal der Überlebenden im Lager Föhrenwald dargestellt wird.

Museumleiterin Annekathrin Schulz entgegnete, dass auch im neuen Museum an das jüdische Leben und die Weltkriegsjahre in Wolfratshausen erinnert werde. Sie freut sich zudem auf einen rund 40 Quadratmeter großen Multifunktionsraum im Erdgeschoss, „Dort können Sonderausstellungen stattfinden“, erklärte sie.

Namensgebung war umstritten

Läuft alles nach Plan, könnte die Museumsräumlichkeiten am Untermarkt 10 im Herbst 2022 eröffnet werden. Die Gesamtkosten liegen bei knapp einer Million Euro. Der Kulturausschuss beauftragte schließlich die Thöner von Wolffersdorff GbR mit der weiteren Ausstellungsgestaltung. Mit der Umsetzung des inhaltlichen Feinkonzepts wurde das Münchner Büro für Museumsberatung beauftragt.

Umstritten war dagegen die Namensgebung. Auf Vorschlag von Fritz Meixner (SPD) entschied sich eine Mehrheit des Stadtrats für Museum Wolfratshausen. Dagegen stimmten Alfred Fraas, Susanne Thomas und Sepp Schwarzenbach (alle CSU) sowie Dr. Patrick Lechner (FDP), der einen Ideenwettbewerb mit Bürgern vorgeschlagen hatte.

Peter Herrmann

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