Stadträte wählen Hopfner ab

Überraschung: Sonja Frank darf nun den Geretsrieder Bürgermeister vertreten

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Alle Stadträte standen auf, als die Neulinge vereidigt wurden. 

Geretsried – Mit diesem Wahlergebnis hätte keiner gerechnet: In Zukunft wird Sonja Frank (Freie Wähler) Bürgermeister Michael Müller vertreten, wenn er mal verhindert ist. Sie erhielt bei der konstituierenden Wahl 19 Stimmen.

Der bislang amtierende Zweite Bürgermeister Hans Hopfner (SPD) erhielt von allen drei Kandidaten am wenigsten Stimmen, nämlich fünf. Grünen-Frau und Stadtrats-Neuling Martina Raschke kam auf sieben.

Der Ausgang der geheimen Abstimmung kam deshalb so unerwartet, weil die CSU, zahlenmäßig immer noch Platzhirsch im Stadtrat, sich zuvor für den SPD-Vertreter Hopfner stark gemacht hatte. Sein schlechtes Wahlergebnis bedeutet aber, dass er außerhalb seiner eigenen Fraktion nur eine Stimme, Frank aber 13 Stimmen holen konnte. Den Kampf um den Dritten Bürgermeister konnte der langjährige Amtsinhaber Gerhard Meinl (CSU) souverän mit Zweidrittelmehrheit gegen Raschke entscheiden.

Der Stadtrat der Legislaturperiode 2020 bis 2026 nahm mit Mundschutzmaske und mit strengen Sicherheitsregeln seine Arbeit auf und wurde von Bürgermeister Müller darauf eingeschworen, dass angesichts Corona das Geld nicht mit vollen Händen ausgegeben werden darf. Weil der Sitzungssaal im Rathaus vorhersehbar zu klein war, quartierte Müller seine 30 Stadträte, Verwaltung und Besucher kurzerhand in die Ratsstuben aus. Dort richtete sich die Sitzordnung nach der Amtszeit. Wer am längsten dabei war, wurde mit einem Platz ganz weit vorn belohnt. „Anfänger“ wie Martina Raschke, Peter Curtius (beide Grüne), Patrik Kohlert, Elmar Immertreu (Geretsrieder Liste), Robert Meyn-Schmidt, Martin Huber ( CSU), Felix Leipold (FW) und Lorenz Terwey (FDP) mussten ganz hinten Platz nehmen. Die neue Geschäftsordnung sieht vor, dass die „Aktuelle Viertelstunde“ abgeschafft wird. Den Bürgern das Rederecht während einer Sitzung zu erteilen, halte die Rechtsaufsicht für bedenklich, erklärte Müller. Stattdessen soll es öffentliche Fragemöglichkeiten außerhalb der Sitzung geben. Das ist aber nicht nur in Geretsried so.

Was die Minister auf Landes- oder Bundesebene sind, stellen in einer Stadt die Referenten dar. Der Jüngste im Gremium, der 21-jährige Felix Leipold, übernimmt das Jugendreferat, Heidi Dodenhöft wechselt zu Familie und Schule. Das neu geschaffene Verkehrsreferat geht an Fahrschulinhaber Heiko Hawla. Viele Stadträte haben gute Arbeit geleistet und durften sich über eine Wiederwahl freuen: Sabine Gus-Mayer (Senioren), Wolfgang Werner (Sport), Hans Ketelhut (Kultur), Sabine Lorenz (Soziales), Volker Witte (Umwelt), Volker Reeh (Wirtschaft). ha

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