Anteile verpflichten

Stadtrat befasst sich mit Beteiligungsgesellschaften

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Die Stadt ist an mehreren Unternehmen beteiligt – auch an der Blombergbahn. Darüber berichtet Kämmerer Hermann Forster alljährlich im Stadtrat. 

Bad Tölz – Die Stadt Bad Tölz ist schon seit Jahren an privatwirtschaftlichen Unternehmen beteiligt. Einzelheiten darüber müssen, sofern der Anteil der Stadt mehr als fünf Prozent beträgt, öffentlich bekannt gemacht werden. So berichtete Kämmerer Hermann Forster in der letzten Stadtratssitzung im alten Jahr nicht nur über den städtischen Eigenbetrieb Stadtwerke, sondern auch andere Unternehmen, von denen sonst in der Öffentlichkeit eher nichts zu erfahren ist.

So hält die Stadt nach wie vor fast 28 Prozent der Aktien an der Jodquellen AG, deren offizieller Geschäftszweck die Verwertung des Heilmittels Jod­quelle ist. Vorstand ist Dr. Anton Hoefter aus Seeshaupt, außerdem existiert ein Aufsichtsrat, die Stadt hat aber trotz des erheblichen Aktienpakete kein Mitspracherecht bei unternehmerischen Entscheidungen. Bekanntlich hat die Jod AG mit ihren Beteiligungsgesellschaften Alpabob GmbH und Jodquellen GmbH im Jahr 2014 das Vier-Sterne-Hotel Jodquellenhof im Badeteil geschlossen und im Jahr darauf das bekannte Freizeitzentrum Alpamare. Auch wenn der Geschäftsbericht für 2018 einen Verlust von 694.000 Euro aufweist, kann die Stadt beruhigt sein, so Forster: „Wir tragen keine Defizite und auch keine Darlehensrisiken.“

Ebenfalls ein Minus hat im Jahr 2017 der Kurhausverein, eine 100-prozentige Tochter der Stadt, erwirtschaftet. Das lag aber an zahlreichen Sanierungsmaßnahmen für Haus und Kurpark, wie dem Einbau einer Lüftung, stellte Forster klar. Ansonsten unterhält der Verein, dessen 1. Vorstand Bürgermeister Josef Janker ist, das Kurhaus und vermietet die Räumlichkeiten und die Gastronomie des Kurhauses an den derzeitigen Pächter Pablo Landauer und dessen Veranstaltung GmbH. Das von der Stadt zu tragende Defizit beträgt 182.000 Euro.

Auch die SEBA Seilbahn GmbH und Co. KG, also die Blombergbahn, erzielte im Jahr 2018 bei einem Umsatz von 1,5 Millionen Euro ein Defizit von 86.000 Euro. Hier erwähnte Forster das Konzept Erlebnisberg Blomberg, das durch Kapitaleinlagen der Gemeinden Wackersberg (100.000 Euro), Bad Heilbrunn (50.000) und Bad Tölz 500.000) unterstützt wird. Forster ist sich mit Blick auf die Zukunft sicher: „Die Investitionen dienen der Attraktivität des Blombergs für Gäste und Naherholer und schlagen sich positiv auf die Ertragslage durch.“ Wie berichtet, hat die Stadt im vergangenen Jahr auch einen Blomberg-Kümmerer eingestellt, der die verschiedenen Aktivitäten koordinieren soll. Am Defizit der Bergbahn ist die Stadt nicht beteiligt, „ist auch nicht nachschulpflichtig“, wie Forster erläuterte.

Mehr Freude macht der Stadt der Eigenbetrieb Stadtwerke, der nicht nur Strom, Wasser, Gas und Fernwärme liefert, sondern auch Freibad Eichmühle, Hallenbad und Eisstadion betreibt sowie für die gesamte Straßenbeleuchtung im, Stadtgebiet sorgt. Hier gibt es einen Geschäftsführer (Walter Huber) und einen siebenköpfigen Aufsichtsrat des Stadtrates. Laut Forster konnte im Jahr 2018 bei einem Umsatz von 23 Millionen Euro ein Gewinn von 822.000 Euro erwirtschaftet werden. Bei den Stadtwerken werden 86 Mitarbeiter beschäftigt, davon 63 in Voll- und 23 in Teilzeit sowie Auszubildende und Aushilfen. Die Stadtwerke sind ihrerseits an zahlreichen Firmen beteiligt, so mit 40 Prozent an der Wasserkraft Farchet (bei Wolfratshausen) und mit 16 Prozent an der 17er Oberland Energie GmbH.

Ebenfalls eine 100prozentige Stadttochter ist die EGT GmbH Verwaltung KG, die die Aufgabe hat, die Jugendherberge auf der Flinthöhe zu verpachten. Auch hier fiel wegen Abschreibungen im Jahr 2018 ein Verlust von 170.000 Euro an. Die EGT GmbH wiederum, die unter der Federführung von Christian Fürstberger und Hermann Forster Grundstücksflächen im Gebiet der Stadt entwickelt, konnte im Jahr 2018 einen Gewinn von 646 Euro erzielen. Letztlich existiert noch die FlintCenter GmbH, an der die Stadt knapp über fünf Prozent hält (Rest der Landkreis). Sie verzeichnete seit der Gründung des Unternehmen nur Verluste, deshalb wurde im Jahr 2014 die „Schnecke“, also das markante runde Gebäude auf der Flinthöhe, verkauft. 2018 wurde allerdings ein Gewinn von fast 40.000 Euro erzielt. „Die erzielbaren Mieterlöse konnten allerdings die getätigten Investitionen bisher nicht refinanzieren“, bedauerte Forster. bo

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