Wohnungen für Willibald

Stadtrat bewilligt Bauprojekt: Allerdings sorgt die Lage für Meinungsunterschiede

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Hier an diesem Hanggrundstück am Kogelweg in Bad Tölz sollen sechs Doppelhaushälften und eine Tiefgarage entstehen. Einwände dagegen wurden vom Bauausschuss abgeschmettert.

Bad Tölz – Am Tölzer Kogelweg sollen zehn Wohneinheiten in sechs Doppelhaushälften mit Tiefgarage gebaut werden. Der Bauausschuss des Tölzer Stadtrates stimmte in seiner jüngsten Sitzung mit neun zu drei Stimmen dem Bebauungsplanentwurf „Kogelweg II“ zu, der nun für fünf Wochen öffentlich ausgelegt wird. Mit dem Vorhaben will Tiefbauunternehmer Kilian Willibald aus Lenggries Wohnungen für seine Mitarbeiter schaffen. Angesichts der Hanglage und der nahen Dialysepraxis sorgt das Projekt für Diskussion.

So hatte die Stadt vor einigen Jahren einer Erweiterung des Dialysebetriebs ein Absage erteilt. Der dortigen Praxis gar einen Ortswechsel angeraten, nachdem die Parksituation in der schmalen Straße und mit der gegenüberliegenden Rehaklinik Frisia immer wieder für Ärger gesorgt hatte (wir berichteten). Das Landratsamt hatte jedoch die Nutzung für das unterhalb des jetzigen Bauplatzes gelegene Gebäude genehmigt.

Darum ging es jedoch nur am Rande bei der Beratung im Ausschuss, als Bauamtsleiter Christian Fürstberger die beim Auslegungsverfahren eingegangen Stellungnahmen von Behörden und Bürgern vorstellte. Dabei wäre vom Landratsamt die äußerste künftige Ortsrandlage im ansteigenden Gelände kritisiert worden, berichtete Grünen-Stadträtin Andrea Grundhuber. Ihre FWG-Kollegin Margot Kiste kritisierte die Höhe der dort bislang nur in einer Zeichnung existierenden Häuser. Bekanntlich steigt das Gelände vom dortigen Wendehammer, an dem die Straße endet, in südlicher Richtung stark an. Kirste befürchtete, dass die oberen Häuser sehr hoch werden würden . Zudem äußerte sie Bedenken hinsichtlich der Grundwasserströme. In der Nachbarschaft seien dann feuchte Keller zu befürchten, was jedoch die Baufachleute im Stadtrat lediglich zu dem lapidaren Hinweis veranlassten: „Dann sind ihre Kellerwände nicht entsprechend dicht gebaut worden.“

Auf der Befürworterseite standen Bürgermeisterkandidaten Ingo Mehner (CSU) und Michael Lindmair (FWG). Sie waren sich einig: Schon im Juni 2017, beim Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan, sei das Bauvorhaben grundsätzlich diskutiert und entschieden worden. Mehner: „Jetzt das Verfahren abzubrechen, wäre ja ein Schildbürgerstreich. Der Stadtrat muss verlässlich sein.“ Stadtbaumeister Hannes Strunz nahm die Mittelposition ein: „Ich war davon nie begeistert, aber es wurde vom Stadtrat so beschlossen.“

Fürstberger vertrat die Ansicht, die Kritik des Landratsamtes sei nicht ausreichend für eine Ablehnung, schließlich gebe es in Tölz „keine einfachen Grundstücke mehr“. Ausreichend Bauplatz für Wohnungen, die man dringend brauche, könnte nur noch unter Anstrengungen bereitgestellt werden. Länger diskutiert wurde auch über den städtebaulichen Vertrag, mit dem sich Willibald verpflichtet, die neuen Häuser ausschließlich als Mietwohnungen zu nutzen. Eine Sicherheit könne man dafür nie haben, so Fürstberger.

Letztlich waren sich die Verfechter des Verfahrens einig, dass man „intensiv diskutiert habe“, so Bürgermeister Josef Janker (CSU). Die Anträge von Grundhuber, ein reines Wohngebiet auszuweisen und zwei der sechs vorgesehenen Häuser nicht zu bauen, fielen jeweils gegen zwei Stimmen (Grundhuber und Peter Priller/Grüne) durch.

In der öffentlichen Auslegungen können nun Anlieger ihre Bedenken hinsichtlich der Zufahrtssituation, des Schneeräumdienstes und des Wanderweges durch die sogenannte „Mulde“ äußern. Fürstberger sagte zur Verkehrssituation: „Nennenswerte Beeinträchtigungen sind nicht zu erwarten.“ Und für Probleme, die eventuell an der Dialysepraxis entstehen könnten, „kann die Stadt nicht verantwortlich gemacht werden“, so Fürstberger. bo

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