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Stadträte aus Geretsried und Wolfratshausen fassen gemeinsamen Beschluss zur B11

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Von: Peter Herrmann

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Sondersitzung der Wolfratshauser und Geretsrieder Stadträte
Die Stadträte der beiden Nachbarstädte kamen zu einer gemeinsamen Sondersitzung in der Wolfratshauser Loisachhalle zusammen. © Peter Herrmann

Geretsried/Wolfratshausen – Zu einer gemeinsamen Sondersitzung trafen sich Stadträte aus Geretsried und Wolfratshausen kürzlich in der Wolfratshauser Loisachhalle.

Nachdem Martin Herda vom Straßenbauamt Weilheim eine stetige Zunahme des Verkehrs auf der B11 im Nordlandkreis prognostiziert hatte, fassten die Mandatsträger einen weitreichenden Beschluss.

Laut einem Verkehrsgutachten des Münchner Büros Obermeyer fuhren 2019 pro Tag durchschnittlich 37.000 Fahrzeuge auf der B11 zwischen den beiden Nachbarstädten. „Im Jahr 2035 werden es 50.000 sein“, glaubt Herda. Selbst wenn die Verlängerung der S-Bahn-Strecke nach Geretsried zu diesem Zeitpunkt vollzogen sein sollte, erwarten sich die Gutachter keine spürbare Entlastung.

Die seit 2016 im Bundesverkehrswegeplan stehende Verlegung der B11 in Richtung Schwaighaller Hang bei Geretsried wird sich deutlich verzögern. „Wir müssen daher ein gemeinsames Verkehrskonzept entwickeln“, forderte der Wolfratshauser Bürgermeister Klaus Heilinglechner (Bürgervereinigung). Erforderlich sei vor allem der Ausbau der B11 im Wolfratshauser Süden und am Autobahnzubringer.

Die B11 solle nicht weiter ausgebaut werden, sondern Bus- und Radverkehr

Der Wolfratshauser Hans Schmidt (Grüne) ist da anderer Meinung. „Wir müssen andere Wege gehen und beispielsweise den Bus- und Radverkehr ausbauen“, hielt er dagegen. Seine Wolfratshauser Stadtratskollegin Renate Tilke (CSU) sieht das ähnlich. Sie warnte davor, der Verkehrsprognose zu vertrauen und die B11 noch mehr auszubauen. Zudem warf Tilke der Stadt Geretsried vor, dass der großflächige Wohnungsbau an der Banater Straße noch mehr Verkehr produziere.

Der Geretsrieder Bürgermeister Michael Müller (CSU) entgegnete, dass die Verkehrszunahme „kein Geretsrieder sondern ein regionales Thema“ sei. Er begrüßte die Information des Staatlichen Bauamts Weilheim für eine Verbesserung der verkehrlichen Erschließung der Bundestraßen B11 und B11a für den Raum Wolfratshausen Süd und Geretsried/Gelting.

Am Ende befürworteten die Geretsrieder Stadträte einstimmig, die nun angestoßene Entwicklung des Staatlichen Bauamts durch ein gemeinsames Verkehrskonzept zu begleiten. Mittel für eine fachliche und personelle Begleitung des Prozesses werden in den beide Haushalten 2023 bereitgestellt. Dagegen stimmten die Wolfratshauser Stadträte Patrick Lechner (FDP) und Hans Schmidt (Grüne).

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