„Müssen stärker Druck machen“

Stadtrat setzt in Klausurtagung bekannte Schwerpunkte

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Aufgrund einer begrenzten Anzahl von Stellplätzen kommen derzeit viele Geretsrieder lieber zu Fuß oder mit dem Rad in die „Neue Mitte“.

Geretsried – Im Rahmen einer zweitägigen Strategieklausur in Oberammergau einigte sich der Stadtrat auf wesentliche Ziele für die Stadtentwicklung. Demnach stehen die drei Handlungsfelder Verkehr, Siedlungsstruktur und Grünflächen im Fokus.

„Das waren keine Sonntagsbekenntnisse“, betonte Bürgermeister Michael Müller in einem Pressegespräch. Er kündigte an, dass die Stadt bei der geplanten S-Bahn-Verlängerung und der B11-Verlegung keine Verzögerungen mehr hinnehmen wolle. „Wir müssen da stärker Druck machen und bei den zuständigen Behörden permanent auf der Matte stehen“, forderte der Rathauschef. Dabei sprach sich der Stadtrat bei der Klausurtagung zunächst dafür aus, zusammen mit der Stadt Wolfratshausen einen Grundsatzbeschluss zur S-Bahn-Verlängerung zu fassen. Wann die gemeinsame Stadtratssitzung der Nachbarkommunen stattfindet, steht indes noch nicht fest. Zudem gelte es laut Müller, sich weiteren Herausforderungen zu stellen. „Es zeigt sich, dass die Verkehrsinfrastruktur an ihre Grenzen gerät“, stellte der Bürgermeister fest. Der Stadtrat will deshalb ein Verkehrsleitsystem sowie ein Parkraumkonzept für das gesamte Stadtgebiet erstellen lassen. Neben einer Optimierung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) soll auch das Rad- und Fußwegenetz ausgebaut werden. Pressesprecher Thomas Loibl verwies dabei auf eine aktuelle Studie: „Die Hälfte der Leute, die das Stadtzentrum besuchen, kommen nicht mit dem Auto“, sagte er. Eng verbunden mit der Verkehrsproblematik ist die Siedlungsentwicklung. „Der Stadtrat spricht sich für eine maßvolle und geregelte Nachverdichtung aus – zusätzlich ist eine Optimierung der Stellplatzsituation vorgesehen“, berichtete Müller. Dabei räumte er ein, dass der Stadtrat nicht immer regulierend in den Wohnungsmarkt eingreifen könne. Die Anwendung des sogenannten Geretsrieder Modells, wonach Einheimische bei der Vergabe von Wohnungen ein Erstzugriffsrecht sollen, werde aber zumindest angestrebt. Nicht aus dem Blick verlieren will der Stadtrat die Entwicklung von leerstehenden Gewerbeflächen. Auch die Ansiedlung von innovativen Formen, wie beispielsweise eines Gewerbehofs, wurde von den Stadträten als Option in Erwägung gezogen. Diese Bemühungen stehen nach Ansicht Müllers nicht im Widerspruch zu einem umfangreichen Grünflächenmanagement. „Der Stadtrat spricht sich grundsätzlich für den Erhalt städtischer Waldflächen und eine konsequente Durchgrünung der städtischen Straßenzüge aus“, unterstrich Müller. Einhergehend mit diesen Zielsetzungen soll auch das 2013 letztmals fortgeschriebene Stadtleitbild aktualisiert werden. „Noch in diesem Jahr soll eine neue Printausgabe des Stadtleitbildes an alle Haushalte verteilt werden“, kündigte Pressesprecher Thomas Loibl an. Peter Herrmann

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