Hohe Hürden für Surfwelle

Stadtrat stellt viele Bedingungen und deckelt Kosten

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Flashmob für die Surfwelle: Vor dem Stadtratsbeschluss bekundeten Bürger ihre Solidarität.

Wolfratshausen – Vor sechs Jahren stellte das Ehepaar Stefanie und Marcus Kastner erstmals ihre Idee vor: Nämlich am Loisacharm in Weidach eine künstliche Surfwelle zu bauen. Aufgrund vieler Kostensteigerungen stand das Projekt vor der jüngsten Stadtratssitzung auf der Kippe. Nun knüpft das Gremium seine Zustimmung an Bedingungen und deckelt die Kosten.

Demnach zahlt die Stadt maximal 400.000 Euro für das geplante Freizeitangebot. Darin sind schon rund 110.000 Euro enthalten, die die Verwaltung für Planungen und juristische Beratung ausgegeben hat. Der Zuschuss ist an acht Bedingungen geknüpft, die in der fast zweistündigen Debatte indes nicht alle öffentlich genannt wurden.

So gilt nun: sämtliche Aufträge für den Bau der Stahlkonstruktion mit einer Preisbindung zu erteilen und auch belastbare Zahlen für die Folgekosten vorzulegen. Bei einer möglichen Auflösung des Vereins dürfe zudem der Rückbau der Anlage nicht auf Kosten der Stadt gehen. Dass Bürgermeister Klaus Heilinglechner und 16 Stadträte unter Vorbehalt für die Weiterverfolgung des Projekts stimmten, lag vor allem an den in Aussicht gestellten Fördermitteln aus dem EU-Leader-Programm. Maximal 282.000 Euro könnten fließen, wenn die Unterlagen vor dem 18. März eingereicht werden.

Gerlinde Berchtold (SPD), Dr. Manfred Fleischer (CSU) und Richard Kugler (parteifrei für die CSU) stimmten dennoch dagegen. „Ich werde heute leider die Notbremse ziehen: Das wäre eine Ungleichbehandlung gegenüber anderen Vereinen“, erklärte Berchtold. Fleischer verwies auf die schwierigen Rahmenbedingungen und betonte die kommerziellen Interessen des benachbarten Kraftwerksbetreibers, der vom zugesicherten Stromverlustausgleich profitiere. „Annette Heinloth (Grüne) konnte den Vorwurf einer Ungleichbehandlung indes nicht nachvollziehen. Sie erinnerte daran, dass die Stadt demnächst im Isar-Loisach-Stadion 250.000 Euro für die Errichtung einer neuen Tribüne ausgeben wird.

SPD-Fraktionssprecher Fritz Meixner stimmte dem Bau einer Surfwelle zwar ebenfalls zu, erhob aber schwere Vorwürfe gegen Bürgermeister Klaus Heilinglechner: „Das war mangelhaftes Projektmanagement“. Meixner kritisierte, dass das Bauamt vom 28. Dezember bis zum 1. Februar nicht in das Verfahren eingebunden wurde. Auch Dr. Ulrike Krischke (Bürgervereinigung) und CSU-Fraktionssprecher Günther Eibl sprachen von fehlerhaften Unterlagen, die nun optimiert werden müssten. „Wir wollen dieses Ding auf den Weg bringen“, bekräftigte Eibl. Derzeit werde mit einer Investitionssumme von rund 674.000 Euro gerechnet, die durch Leader-Fördermittel, einen Vereinsanteil und städtischen Geldern aufgebracht werden solle. Ob alle Bedingungen von dem rührigen Verein Surfing Wolfratshausen erfüllt werden können, bleibt dennoch fraglich. „Ohne ein Wunder wird dieser Beschluss nicht umzusetzen sein“, betonte Vize-Bürgermeister Fritz Schnaller (SPD).

Peter Herrmann

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