Aufwertung von Spielplätzen

Stadtrat übergibt Satzungsantrag der Geretsrieder Liste dem Planungsausschuss

 Geretsrieder Spielplatz
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Für die Ausstattung und Wartung von Geretsrieder Spielplätzen steht in diesem Jahr ein Budget von 45.000 Euro zur Verfügung.

Geretsried – In der jüngsten Stadtratssitzung beantragte die Geretsrieder Liste (GL), dass die Verwaltung eine neue Spielplatzsatzung erarbeitet. Demnach sollen Bauherren künftig eine Spielplatzpflicht durch eine Ablöse erbringen.


„Die generierten Mittel sollen ausschließlich für die Herstellung oder den Unterhalt von örtlichen Kinder- oder Jugendfreizeiteinrichtungen verwendet werden“, schlug GL-Fraktionssprecher Patrick Kohlert vor. Aufgrund einer Änderung der Bayerischen Bauordnung biete das Spielplatzrecht die Möglichkeit, die Pflicht zur Herstellung von Spielplätzen nach den gemeindlichen Bedürfnissen auszugestalten.

Die Spielplatzpflicht könne demnach entweder durch den Nachweis des Spielplatzes auf dem Baugrundstück beziehungsweise auf einem in der Nähe gelegenen geeigneten Grundstück oder eine Spielplatzablöse erbracht werden. „Durch die Bayerische Bauordnung besteht die Möglichkeit die Ablöse verbindlich vorzuschreiben und die Höhe der Ablöse zu regeln“, erklärte Kohlert. Durch die zusätzlichen Mittel könne das Spielplatzangebot in Geretsried weiter ausgebaut und verbessert werden, ohne den städtischen Haushalt zu belasten.

In der anschließenden Debatte äußerten jedoch vor allem Vertreter der Freien Wähler (FW) die Befürchtung, dass durch diese Satzung Spielplatzflächen in Wohnanlagen verschwinden könnten. „Unsere Wohngebäude in Geretsried sind so unterschiedlich, dass individuelle Lösungen die bessere Alternative sind“, erklärte FW-Stadträtin Ann-Kathrin Güner. Andreas Rottmüller (CSU) schlug vor, sich bei der Aufwertung von Spielplätzen auf öffentliche Anlagen zu konzentrieren.

„Um private Spielflächen sollen sich die jeweiligen Eigentümerversammlungen kümmern“, sagte er. Volker Witte (Grüne), der seit 15 Jahren ehrenamtlich die Entwicklung der Geretsrieder Spielplätze beobachtet, zeigte sich erfreut über die Initiative der Geretsrieder Liste. „Ich habe jahrelang dafür gekämpft, dass Geräte angeschafft werden und Sandkästen erhalten bleiben“, berichtete er. Zweite Bürgermeisterin Sonja Frank (FW) und Stadtbaurat Rainer Goldstein plädierten dafür, noch einmal in einem Ausschuss über die Spielplatzsatzung zu diskutieren. Der Stadtrat folgte dieser Empfehlung und beschloss, die Verwaltung mit der Erarbeitung einer Spielplatzsatzung zu beauftragen.

An der Ausarbeitung des Konzepts soll auch der junge FW-Stadtrat Felix Leipold und der Jugendrat mitwirken. Dieser Entwurf ist dann dem Entwicklungs- und Planungsausschuss zur Beratung und Beschlussempfehlung vorzulegen. Bürgermeister Michael Müller (CSU) verwies abschließend darauf, dass im aktuellen Haushalt bereits 45.000 Euro für den Unterhalt von Spielplätzen eingestellt wurden.

Peter Herrmann

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