„Glimpflich davongekommen“

Starkregen und Hochwasser-Wochenende: Einsatzkräfte sperren Straßen im Tölzer Land

Der Rißbach (l.) hat am Wochenende die Kreisstraße zwischen Vorder- und Hinterriß unterspült
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Der Rißbach (l.) hat am Wochenende die Kreisstraße zwischen Vorder- und Hinterriß unterspült.
  • Daniel Wegscheider
    VonDaniel Wegscheider
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Lenggries – Während am Wochenende im Berchtesgadener Land der Katastrophenfall ausgerufen wurde - schrammte hierzulande der Pegelstand der Isar und im Sylvensteinsee knapp an der Meldestufe 1 vorbei.

In Zahlen ausgedruckt, flutete der Sylvensteinspeicher in der Spitze rund 200 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. An der Tölzer Isarbrücke schwappte am Sonntag 1,75 Meter Wasser vorbei – der Pegelstand blieb auch am Montagmittag unterhalb der ersten Meldestufe von zwei Metern.

Auch am Montagmittag führte die Isar in Tölz (r.) noch viel Wasser mit sich, dass vom Sylvensteinspeicher aufgrund des Starkregens abgelassen wurde.

„Im Vergleich zu anderen Landkreisen sind wir zum Glück glimpflich davongekommen“, bilanziert Stefan Kießkalt, der Sprecher des Kreisfeuerwehrverbandes. „Bei uns war das Einsatzaufkommen eher gering.“ So mussten die Kreis-Feuerwehren in der Nacht vom Samstag auf Sonntag etwa ausrücken, um zwei Straßen zu sperren.

Die B 11 zwischen Urfeld und Walchensee musste laut dem staatlichen Bauamt Weilheim aufgrund eines Murenabgangs an de sogenannten Reißwand südlich von Urfeld dicht gemacht werden. Die Bundesstraße war wegen der Überflutung sowie der Geröllmengen auch noch am Montag für den Verkehr nicht passierbar. „Auch bestand dort die akute Gefahr von weiterem Steinschlag“, erklärt Abteilungsleiter Martin Herda vom Bauamt.

Aus Sicherheitsgründen ließ das Bauamt auch die TÖL 24 sperren. „Der Prallhang des Rißbaches hat sich durch die Wassermassen bis auf wenige Meter an die Kreisstraße herangearbeitet“, so Herda. Die Festigkeit der Straße war nicht mehr sichergestellt. Um eine komplette Überflutung und Unterspülung zu verhindern, lieferte eine Firma Steine zur Dammsicherung an.

Auch am Montagmittag führte die Isar in Tölz (r.) noch viel Wasser mit sich, dass vom Sylvensteinspeicher aufgrund des Starkregens abgelassen wurde.

Die Feuerwehren Fall und Vorderriß sicherten am Wochenende per Sandsäcke ebenfalls einige Wohngebäude. Während die Kollegen in Bad Tölz zusammen mit dem städtischen Betriebshof den Hochwasserschutz an der Isarpromenade hochzogen. In Kochel kam es dagegen zu Alarmierungen einiger vollgelaufener Keller, berichtet Kießkalt.

Warnung vor Treibgut

Das Wasserwirtschaftsamt spricht auch für die nächsten Tagen eine Warnung aus: „Nach jedem Hochwasser ist damit zu rechnen, dass neue, tückische Gefahrenstellen in den Flüssen entstanden sind, meist Baumhindernisse in Verbindung mit starkem Stromzug. Treibholz, Abflusshindernisse oder ein veränderter Flusslauf sind für unerfahrene Bootsfahrer lebensgefährlich.“

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