Bier statt Baustellen-Frust

Status quo zur Arbeiten an der Tölzer Nockhergasse: Stadtwerke richten Fest für Anwohner aus

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Die Sanierungsarbeiten an der Nockher- und Säggasse werden voraussichtlich bis Ende Oktober gehen.

Bad Tölz – Bei der Änderungsschneiderei Express an der Tölzer Nockhergasse steht ein Schild vor der Eingangstür: „Alle Änderungen fertig in nur 30 Minuten.“ Die Baustelle in der Straße zur Sanierung der Gas-, Wasser- und Stromleitungen wird dagegen noch etwas länger dauern. Vonseiten der Stadtwerke, die die Bauarbeiten ausführen, heißt es: Ende Oktober. Um den Anwohnern etwas Stress zu nehmen, veranstalten die Stadtwerke nun am 24. August ein Baustellenfest.

Presslufthammer vorm Baucontainer. Arbeiter in gelben Gummistiefeln mit Eimer, Meterstab oder eine Gießkanne in der Hand. Dazwischen wuselt ein Postbote zu Fuß an Bauzäunen sowie rot-weiß gestreiften Pylonen und Straßenabsicherungen vorbei. Er wirft gerade die Post bei der Kfz-Werkstatt Fichtner an der Bairawieser Straße 21 ein. Und daneben lässt gerade ein Bagger Erdreich in eine große Baugrube rieseln – darin sind offen orange und weiße Rohre zu sehen.

Sie sind auch Dreh- und Angelpunkt der Sanierungsarbeiten im Auftrag der Stadtwerke. „Die Strom- und Gasleitungen sind rund 40 Jahre alt, die Wasserleitungen sogar über 100 Jahre“, berichtet Andrea Bacher, Assistentin der Geschäftsleitung der Stadtwerke. Wie berichtet, waren diese maroden Aussichten der Grund zur dringenden Verbesserung der Infrastruktur an der Tölzer Nockhergasse. „Die Rohre sind teilweise nicht nur alt, sondern auch kaputt“, erklärt Bacher weiter. Um etwa ein „Wasserrohrbruch zu vermeiden“, surren und röhren seit 1. Juli auf der Nockhergasse und Bairawieser Straße Bagger und Lkw. Bekanntermaßen gab es von den Anwohnern und Geschäftsleuten zu Baustellenbeginn auch einigen Unmut.

Bacher kann nun beruhigen: „Wir sind dem angesetzten Zeitplan voraus“, sagt sie. „Der obere Abschnitt ist fertig und wird diese Woche geteert.“ Derzeit (Stand 16. August) schaufeln die Baufahrzeuge neben der Bairawieser Straße bei Hausnummer 81/2 um im zweiten Bauabschnitt die Erdgas-, Trinkwasser- und Stromleitungen an die jeweiligen Häuser anzuschließen. Dieser beinhaltet die Einfahrt Maierbräugasteig bis zur Einfahrt Fröhlichgasse. Die Säggasse ist dabei bis zum Kolberbräu hinauf für Anlieger beidseitig befahrbar. Busse können am Parkplatz Kolbergarten wenden. Um den strikten Zeitplan einzuhalten, arbeitet die zuständige Tiefbaufirma Willibald ohne Urlaubsunterbrechung.

Auch wenn es anfangs noch Kritik von Anwohnern und Geschäftsleuten hagelte, sei diese nun „weniger geworden“, betont Bacher. Sie sind nun „positiv gestimmt, da die Bauarbeiten sein müssen“, erklärt die Stadtwerkemitarbeiterin weiter. Freilich sei Ärger nicht ganz zu vermeiden. Um diesen entgegenzuwirken können die Anwohner sogenannte Autokarten von den Stadtwerken beziehen, die sie als Anwohner kennzeichnen. Liegt so ein Schein vorne unter der Windschutzscheibe eines Autos, „fährt der Bagger schneller auf die Seite“, erklärt Bacher. Heißt: Die Anwohner sollen dadurch schneller durch die Baustelle kommen.

Die Stadtwerke sind sichtlich bemüht den betroffenen Bewohnern und Geschäftsleuten an der Baustelle die Zeit bis zur Fertigstellung zu erleichtern. Dafür veranstalten sie nun auch ein Baustellenfest: Dieses findet am Samstag, 24. August, von 16 Uhr bis 20 Uhr auf dem „Nockherplatz“ (Ecke Rathausgasse) statt. Für das Essen ist der Grieche Elia zuständig, Getränke gibt es vom Feuerwehrwagen des Tölzer Mühlfeldbräu. „Wir spenden eine halbe Bier und Gyros auf die Hand“, sagt Julia Mohaupt von den Stadtwerken, die das Fest organisiert hat.

Ob jeder Betroffene sein Freibier abholen wird, bleibt ungewiss. Schlendert man die Nockhergasse entlang, ist auf einigen Eingangstüren zu lesen: „Sind im Urlaub“. So etwa das Modegeschäft Calvari (19. August), Der Pralinenladen (26. August), Eimansberger Orthopädie-Schuhtechnik (bis 10. September) oder die Bar N19 (4. Oktober).

Trotz Baustelle ist aber die Zufahrt für Anlieger zu ihren Häusern und Geschäften immer möglich. Zudem ist mittlerweile die Säggase in beide Richtungen bis zur Baustelle zu befahren. Bacher: „Wir sind bemüht termingerecht fertig zu werden, damit die Anwohner möglichst wenig beeinträchtigt sind.“ Daniel Wegscheider

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