Amüsante „Raritäten“

Stephan Zinner präsentiert Vorpremiere seines neuen Programms

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Servierte zwischendurch Leberkäse: Stephan Zinner.

Gelting – Viel zu lachen gab es für die Besucher jüngst in der nahezu ausverkauften Kulturbühne Hinterhalt. Denn das mittlerweile fünfte Solo-Kabarettprogramm von Stephan Zinner zündete schon bei der Vorpremiere.

Ob in der Rolle als bayerischer Ministerpräsident Markus Söder beim Nockherberg-Singspiel oder als Schauspieler in unzähligen Fernsehserien und Spielfilmen – das Gesicht des 1974 in Trostberg geborenen Kabarettisten Stephan Zinner dürfte wohl jeder schon einmal gesehen haben. Dass er mit seinen witzigen Alltagsbeobachtungen und Musikstücken auch (fast) alleine einen ganzen Abend gestalten kann, wurde bei der Vorpremiere seines aktuellen Programms „Raritäten“ deutlich. Begleitet von dem Münchner Musiker Peter Pichler, der am Rand der Bühne gelegentlich Schlagzeug, Tuba und Akkordeon spielte, griff Zinner schon nach wenigen Minuten in die Saiten seiner E-Gitarre, um seine Erlebnisse mit dem Sprachcomputer „Alexa“ musikalisch zu untermalen. „I red ned mit a bledn Dosen“, heißt es da im Refrain. Nicht weniger amüsant sind seine Erinnerungen an einen Fußballfernsehabend mit einem Amphibienbesitzer, der ihn dazu aufforderte, an einem südamerikanischen Pfeilgiftfrosch zu lecken. Schon eine kleine Zungen-Berührung würde „echt high“ machen. Seine musikalische Vielseitigkeit bewies Zinner mit dem gegen Rechtspopulismus gerichteten Song „Wir reiten nach rechts“ oder einem entfesselten Rap über die von engagierten Müttern gegründete „WhatsApp-Gruppe Sternenschnuppe“. Dabei knöpfte sich Zinner sein Hemd auf und ging am Ende des Songs auf die Knie. Nach etwa einer dreiviertel Stunde gönnte er sich und dem Publikum dann eine kurze Pause, um im zweiten Programmteil noch mehr Experimente zu wagen. So bereitete der in München lebende Vater von drei Kindern auf einer mitgebrachten Herdplatte einen sogenannten „Leberkas Saigon“ zu und bot die angebratenen Stückchen den Besuchern an. „Eine solche Verköstigung hat’s in der Kabarettgeschichte noch nie gegeben“, behauptete Zinner selbstbewusst. Und kurz vor den Zugaben konnte der Kabarettist dann doch nicht widerstehen, die Markus-Söder-Perücke auf sein kahlköpfiges Haupt zu setzen. Wer nun dachte, es würde eine lange Parodie auf den bayerischen Ministerpräsidenten folgen, sah sich getäuscht. Mit einem lauten Heavy-Metal-Stromgitarrengewitter verabschiedete sich Zinner vom begeisterten Publikum. Peter Herrmann

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