Geschichten der Sterne

„Sternenhimmel der Menschheit“ – Festival in Nantesbuch

Ein Sternenbild
+
Die selben Himmelskörper und doch nicht gleich: Manche sehen den Wagen, andere ein Rentier.
  • Franca Winkler
    VonFranca Winkler
    schließen

Bad Heilbrunn – Alle sehen die Himmelskörper in identischer Anordnung und doch haben unterschiedliche Kulturen verschiedene Erzählungen zu den Erscheinungen des nächtlichen Himmels. Viel Ausdauer müssen Forscher haben, um diese Himmelserzählungen zu sammeln. Die Stiftung „Kunst und Natur“ widmet sich mit dem neuen Langzeitprojekt „Sternenhimmel der Menschheit“ diesem Thema. Bis Sonntag (5. September) können Interessierte auf Gut Nantesbuch in Bad Heilbrunn einen ersten Blick auf das Projekt werfen.

Jede Kultur sieht in den zahllosen verteilten Lichtpunkten im Universum andere Figuren und Bilder – und schöpft aus ihnen ihre Mythen und Sagen. Sie erzählen von der Entstehung der Welt und der Menschen, über Jagd und Ernte sowie Kämpfen und Leidenschaften. Schriftsteller Raoul Schrott trägt diese alten Geschichten der Welt in Wort und Bild in einem großen Atlas der Sternenhimmel mit Illustrationen von Heidi Sorg zusammen. Die Stiftung Kunst und Natur begleitet die Entstehung dieses großen Erzähl-Projekts.

Zum Auftakt an diesem Wochenende stehen die Sternbilder der Tuareg in Afrika und der Inuit-Völker in der Arktis im Mittelpunkt. Musikgruppen kommen extra aus diesen Regionen. Die Formation Amanar um den Tuareg-Musiker Ahmed Ag Kaedy tritt auf, singen wird das kanadische Katajjac-Duo mit dem traditionellen Kehlkopf-Gesang der Inuit. Internationale DJ Sets rahmen das Programm.

Zudem diskutieren und lesen Wissenschaftler wie Astrophysiker Heino Falcke, Natur- und Geisteswissenschaftler Bruno Leibundgut der Weltraumorganisation ESA, die Kulturastronomen Wayne Horowitz aus Jerusalem und Nicholas Campion aus Wales. Unter den Gästen sind auch Schauspieler wie Corinna Harfouch, Ulrich Noethen, Blixa Bargeld und Melika Foroukan, die aus Texten zu den Sternenhimmel der Inuit und der Tuareg lesen.

Über einen Zeitraum von mehreren Jahren erarbeitet Schrott einen Atlas von 17 kulturellen Sternenhimmel, der weltweit erstmals die Sternbilder und die damit verbundenen Erzählungen und Mythen der Kulturen der Menschheitsgeschichte erschließt und durch illustrierte Karten der Zeichnerin Heidi Sorg bebildert. So wird ein Stück Menschheitsgeschichte wieder zugänglich, das verloren zu gehen droht.

Weitere Informationen gibt es online auf www.sternenhimmel-der-menschheit.de zu finden.

Auch interessant

Kommentare