Sternenkinder-Grabfeld

Stele aus Granit

Geretsried – Auf dem Friedhof sollen künftig Sternenkinder würdevoll beigesetzt werden können: Also die Kinder, die tot geboren werden oder noch in ihrem ersten Lebensjahr versterben.

Stadtarchitekt Christian Müller präsentierte dem Bauausschuss nun zwei Gestaltungsvarianten. Die Idee des Münsinger Bildhauers Ernst Grünwald überzeugte das Gremium.

Bereits im Herbst 2011 verständigte sich das Gremium darauf, dass ein Sternenkinder-Grabfeld im südöstlichen Bereich des Friedhofes ausgewiesen werden soll, neben den anonymen Gräbern. Zwei bis drei Bestattungen für Sternenkinder hat die Stadt pro Jahr schon jetzt. Doch bislang existiert für diese kein eigens ausgewiesener Bereich. Nun lieferten zwei Künstler aus der Region Ideen zur Ausgestaltung. 

Die erste Variante stammt von dem Münsinger Bildhauer Ernst Grünwald. Er entwarf eine 2,2 Meter hohe Stehle aus schwarzem Granit. Diese soll im Zetrum des Feldes aufgestellt werden. In der Mitte der Stehle findet sich ein vierseitig-verglaster Ausschnitt, in dem eine Kerze steht. Auf der Granitstehle sind Sterne in goldener Farbe aufgemalt. Eine andere Variante lieferte die Geretsrieder Künstlerin Gisela Breunig. Auch sie schlug im Zentrum eine Stehle auf einem Steinsockel vor, aus Lindenholz. Auf dieser soll ein kleiner, etwa 20 Zentimeter großer, Bronze-Engel sitzen. „In Bezug auf die kleinen Wesen, die gestorben sind“, wie Müller erklärte. Weiter solle die Holzstehle bepflanzt werden. 

Unisono tendierte der Bauausschuss zu Variante 1 des Münsinger Künstlers Grünwald. „Der Engel ist proportional einfach zu winzig“, sagte Grünen-Sprecher Volker Witte. Der Granitstein sei eine sehr schöne Gestaltungsform. Auch CSU-Stadträtin Sabine Gus-Mayer präferiert eher zu dieser Variante, „da sie leichter zu pflegen ist“. Was auch Franz Wirtensohn (CSU) so sieht: „Der Holzstamm fault mit der Zeit.“ Einzig Edith Peter (SPD), die als Vertretung im Bauausschuss saß, konnte sich mit den Ideen nicht anfreunden: „Die Grünwald-Stehle ist mir zu dunkel und wirkt zu schwer.“ Was Bürgermeisterin Cornelia Irmer (parteifrei) entkräftete: „Wir können sicher nochmal über den Farbton reden.“ Einstimmig entschloss sich das Gremium, das Grabfeld für Sternenkinder mit der Variante von Grünwald zu realisieren und nochmal mit dem Künstler über den Farbton zu reden. Ralf Fastner

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