Jubiläum: 50 Jahre Schlaraffia „Im Isarwinkl“ / 170 Gäste feiern beschwingt

+
Bürgermeister Michael Müller zusammen mit dem Ceremonienmeister Ritter Abakion von den „Schlaraffia Im Isarwinkl“.

Geretsried – „Schlaraffia“ ist hierzulande kein Märchenland oder gar eine Matratzenmarke. Es handelt sich um den regionalen Ableger eines internationalen Männerbundes der Mitte des 19. Jahrhunderts entstand. Geretsrieds Schlaraffen begrüßen feiern ihrerseits das 50-jährige Jubiläum: 170 geladene Gäste aus Nah und Fern versammelten sich dazu in den Ratsstuben.

Künstler des Deutschen Theaters in Prag stellten den Antrag zur Aufnahme bei einem exklusiven Künstlerverein. Dieser Antrag wurde abgelehnt, weil die betreffenden Literaten, Dramaturgen, Sänger und Musiker keine adelige Abstammung vorweisen konnten. Das nahmen sie zum Anlass, eine eigene Organisation zu gründen, die sich der Pflege der Kunst, der Freundschaft und des Humors verschrieb – und den aristokratischen Verein persiflierte. Mit eigener Sprache: dem sogenannten Schlaraffenlatein, das ans Althochdeutsche angelehnt. Dazu tragen die Mitglieder Umhang und eine Art Narrenkappe.

Das „Reych“ (Reich) „Im Isarwinkl“ wurde vor 50 Jahren in Bad Tölz gegründet und erhielt deshalb diesen Namen. Nach zahlreichen Wechseln der Burg, so bezeichnet man die Unterkunft eines Reyches, fand man vor mehr als 20 Jahren in einem Keller des Anwesens Sudetenstraße 65 in Geretsried eine endgültige Bleibe.

Aus dem Grunde zelebrierte die Schlaraffianer das Stiftungsfest anlässlich ihres Jubiläums im Saal der Geretsrieder Ratsstuben. Mehr als 170 Teilnehmer, darunter Bürgermeister Michel Müller und Schlaraffen aus der näheren Umgebung und dem ganzen Bundesgebiet mit ihren „Burgfrauen“, Vertreter des weltweiten Bundes Allschlaraffia und des Deutschen Schlaraffenrates erlebten einen launigen Abend mit vielfältigen Darbietungen. Höhepunkt stellte der Auftritt zweier Schlaraffen im Alter von zusammen 182 Jahren dar. „Sie boten ein Bravourstück für Xylophon und Klavierbegleitung auf hohem Niveau, wie sonst nur bei großen Konzertveranstaltungen“, berichtet Ritter Syngthetix alias Werner Sebb: „Erneut ein Hinweis darauf, dass Schlaraffia nicht von Ungefähr als Jungbrunnen bezeichnet wird. Am Ende ging man in dem Bewusstsein auseinander, ein Ereignis von besonderer Bedeutung erlebt zu haben.“ dwe

Auch interessant

Kommentare