Storchenwagen & Co. Landrat wundert sich über Grünen-Antrag

„Thema nicht emotionalisieren“

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Tölzer Kindl gibt es seit der Schließung des Kreißsaals an der Stadtklinik vor einigen Monaten nicht mehr. Die Grünen im Kreistag fordern deshalb zumindest einen Storchenwagen oder eine Schwangeren-Ambulanz.

Landkreis – Eine Emotionalisierung des Themas „Geburtshilfe“ warf Landrat Josef Niedermaier den drei Grünen-Kreisrätinnen Barbara Schwendner, Mechthild Felsch und Annelies Wiederbauer-Schmidt vor. Deren Antrag, in dem sie die Einrichtung eines Storchenwagens, eine Schwangeren-Ambulanz, die Förderung eines Geburtshauses in Bad Tölz und Verhandlungen mit Hebammen und Fachärzten forderten, würden nur Begehrlichkeiten wecken, die keiner erfüllen könne.

Ohnehin blieb der Landrat hart: Das Thema gehöre in den Kreisausschuss. In dessen Sozialausschuss am Montag wurde dennoch diskutiert, wenn auch ohne Ergebnis.

Viele Forderungen des Antrags seien bereits abgearbeitet, „man muss eben auch einmal ein Protokoll einer früheren Sitzung lesen können“, ärgerte sich Niedermaier, der offen zugab, dass der Grünen-Antrag Unmut bei ihm ausgelöst habe. Für Forderungen in diesem Vorstoß, wie nach einem Storchenwagen, müsse erst einmal eine fachliche Stellungnahme eingeholt werden. Ein Krankentransport könne aber nicht einfach auf andere Füße gestellt werden, sagte Niedermaier. Zudem liege solch ein Wagen, wie auch die geforderte Schwangeren-Ambulanz schlicht nicht im Zuständigkeitsbereich des Landkreises. Niedermaier verwies abermals darauf, dass die Geburtshilfe in Bad Tölz vor allem wegen des fehlender Ärzte aufgegeben worden sei. Die Tölzer Asklepios-Stadtklinik würde weiterhin die Bettenkapazität für eine geburtshilfliche Abteilung vorhalten, versicherte Niedermaier. „Aber solch eine Belegstation ist eben nicht zukunftsfähig“, sagte Niedermaier mit Verweis auch auf Kliniken in Erding (bereits aufgegeben) oder Gräfelfing Bad Aibling (vor Schließung). Auch die Abteilung in Wolfratshausen an der Kreisklinik, die über eine Kooperation mit dem Klinikum Starnberg gesichert werden soll, sei noch nicht in trockenen Tüchern. Auch die vierte Bewerbungsrunde für einen Anästhesisten sei ergebnislose verlaufen. Bis tatsächlich Personal des Starnberger Klinikums in Wolfratshausen Entbindungen begleitet, könnten laut Niedermaier locker eineinhalb bis zwei Jahre vergehen. tka

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