Streit um geplante Bauminseln

Stadtrat beschließt grüne Verkehrsberuhigung am Astern- und Enzianweg

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Marode Oberflächen: Auf der Straße Enzian- und Asternweg besteht Sanierungsbedarf.

Geretsried – Im März empfahl der Bauausschuss die Sanierung des Enzian- und Asternwegs (wir berichteten). Nun stellten Projektleiter Achim Ignatow vom Ingenieurbüro „ing München-West“ und Bauamtsmitarbeiter Lukas Schrettenbrunner im Ferienausschuss des Stadtrates die aktualisierte Kostenschätzung vor. Dabei kam es zu einer kontroversen Debatte über die Notwenigkeit von Bauminseln.

Zunächst verlegen die Stadtwerke im Enzian- und Asternweg neue Kanal- und Wasserleitungen. Zudem erneuert die Energie Südbayern in beiden Straßen die Gasleitungen. „Im Anschluss daran wird die Stadt die Oberflächenherstellung durchführen“, versprach Lukas Schrettenbrunner. Er verwies darauf, dass aufgrund der geringen Straßenbreiten von jeweils rund sechs Metern keine eigenen Gehwege ausgebildet werden können.

Da bei einer Elternbefragung an der naheliegenden Isardamm-Grundschule festgestellt wurde, dass Schüler die beiden Wege häufig benutzen, empfiehlt Projektleiter Achim Ignatow die Ausweisung von verkehrsberuhigten Bereichen sowie die Schaffung von sogenannten Bauminseln. Zudem sollen die Kreuzungsbereiche und die Einfahrten der übergeordneten Straßen mit Betonverbundsteinpflaster versehen werden. „Dies ist ein Element, das zum Beispiel in der Graslitzer Straße aber auch in anderen Stadtteilen erfolgreich eingesetzt wird“, erklärte Ignatow.

Da im verkehrsberuhigten Bereich das Parken nur in gekennzeichneten Bereichen zulässig ist, werden Parkplätze markiert. „Wir schlagen vor, die markierten Parkplätze noch mit Bäumen oder Grün im Straßenraum ablesbar zu machen“, so Ignatow weiter.

Dr. Sabine-Gus Mayer und Hans Ketelhut (beide CSU) sowie Hans Hopfner und Kerstin Halba (beide SPD) äußerten jedoch Bedenken, dass die geplanten Bauminseln ein unübersichtliches Hindernis darstellen oder als Hundeklo missbraucht werden könnten. „Ich befürchte, dass Autofahrer dann in die Nebenstraßen ausweichen und dort für eine Überlastung sorgen“, erklärte Gus-Mayer.

Lorenz Weidinger (Freie Wähler) hält Straßenverschwenkungen und Bauminseln dagegen für probate Mittel. „Wenn wir es damit schaffen, die Geschwindigkeit zu reduzieren und den Verkehr einzugrenzen, wäre das gut“, empfahl er. Volker Reeh (CSU) äußerte Bedenken, dass die Betonverbundsteine am Kreuzungsbereich zur Stolperfalle für behinderte Menschen werden könnten.

Bauamtsleiter Rainer Goldstein entgegnete, dass die Verwendung von neuartigen abgeschliffenen Steinen das Sturzrisiko minimiert. Und Bürgermeister Michael Müller (CSU) erinnerte an die Vorgaben des im vergangenen Jahr vom Stadtrat verabschiedeten Konzepts „StadtGrün naturnah“, das auch im Enzian- und Asternweg verwirklich werden soll.

Am Ende stimmte nur Dr. Sabine Gus-Mayer gegen die Planung. Die Gesamtkosten für die Sanierung des Enzianwegs schätzt Ignatow inklusive Mehrwertsteuer auf rund 332.000 Euro, für die Neuherstellung des Asternwegs werden voraussichtlich 286.000 Euro notwendig sein. Peter Herrmann

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