Blackout: Nichts geht mehr

Stromausfall durch technische Störung im vorgelagerten Netz: Ganz Tölz betroffen

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Bei Wartungsarbeiten in einem Umspannwerk kam es zu einem technischen Defekt. Die Folge: Stromausfall im ganzen Tölzer Stadtgebiet.

Bad Tölz – Auf einmal ging nichts mehr: Am vergangenen Montag um 14.31 Uhr fielen in Bad Tölz plötzlich Ampeln aus, Bildschirme wurden schwarz, Kaufhaus-Türen öffneten nicht mehr. „Blackout“: Für kurze Zeit ist in Bad Tölz der Strom ausgefallen und die Stadt stand beinahe still. Die Störung lag laut Auskunft der Tölzer Stadtwerke im Netzbereich des Bayernwerks: ein Kabeldefekt im Umspannwerk Bad Tölz. Nach rund einer Stunde war der Schaden behoben. Danach war die Stromversorgung wieder stabil.

Nicht auszudenken, wie es wäre, wenn die Stromversorgung für mehrere Stunden oder Tage abreißen würde. „Doch Bad Tölz hat Sonderstatus im Ausnahmezustand“, so Stadtwerkesprecherin Isabella Wolfsgruber. „Denn nach längerer Zeit ohne Strom kann am Isarstausee das Isarkraftwerk hochgefahren werden und als Inselversorgung arbeiten.“ Heißt: die wichtigsten Versorgungseinrichtungen, das Tölzer Krankenhaus, die Notfall-Behörden können mit Strom weiter versorgt werden. Auch die PCs in den Büros der Stadtwerke-Warte können bei Stromausfall mit Batteriestrom betrieben werden, um die Versorgung zu überwachen. Die Trinkwasser-Quellen Gaißach-Rain können an diese Notversorgung angeschlossen und hochgefahren werden und Wasser pumpen, sobald alle Hochbehälter geleert sind. „Dadurch bleiben die Tölzer Bürger von dem lebensbedrohlichen Zustand verschont“, erklärt Wolfsgruber.

Walter Huber, der Geschäftsführer der Stadtwerke Bad Tölz, war zum Zeitpunkt der unterbrochenen Stromversorgung gerade mit der regionalen Presse auf Besichtigung der Tölzer Laufwasserkraftwerke des Ellbachs. In der Kundenzentrale gingen in kürzester Zeit hunderte Anrufe ein, seine Service-Mitarbeiter haben den richtigen Not-Informationsfluss sofort im Griff gehabt. Besorgte Kunden konnten schnell beruhigt werden. Die Mitarbeiter der Technik waren unverzüglich im Stadtgebiet unterwegs und bald lief das Tölzer Leben wieder geregelt ab. „Meine Mitarbeiter sind bereit, im Extremfall korrekt zu handeln. Ein Danke an alle, die sich in der aufregenden Stunde für die Klärung des Falls eingesetzt und die Folgen zügig behoben haben“, so Huber.

Die Bayernwerke haben mittlerweile den Fehler erklärt: Zu dem Ausfall war es nach geplanten Wartungsarbeiten im Umspannwerk Bad Tölz gekommen: Der Betreiber Bayernwerk hatte dort Hochspannungsschalter, sogenannte Trenner, routinemäßig gewartet. Sämtliche Kunden des Bayernwerks, darunter zuvorderst die Stadtwerke Bad Tölz als Stromnetzbetreiber im Stadtgebiet Bad Tölz, waren zunächst während der Wartungsarbeiten über sogenannte Zwischenumspanner versorgt. Allerdings trat an einem Bleimantelkabel an den Zwischenumspannern ein Defekt auf. Daraufhin fiel der Netztransformator im Umspannwerk Bad Tölz aus, der die Stadtwerke und somit auch das Stadtgebiet für gewöhnlich mit Strom versorgt. Einen Teil der betroffenen Haushalte und Betriebe in Bad Tölz konnte das Bayernwerk über alternative Leitungsstrecken frühzeitig wiederversorgen. „Durch verzögert wiederanfahrende Kleinkraftwerke im Stadtgebiet mussten einige Kunden noch bis circa 15.15 Uhr auf Strom warten“, Bayernwerk-Sprecher Manuel Köppl. Betroffen von dem „Blackout“ waren übrigens 2.400 Objekte beziehungsweise rund 8.800 Kunden mit eigenem Zähler von der Störung. tka

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