Surfing in Mauerhausen

Singspiel und Stimmungshits begeistern Starkbierfestbesucher

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Bürgermeister Klaus Heilinglechner (l.) benötigte vier Schläge zum Anzapfen.
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Eröffnete das Starkbierfest mit Blasmusik: die Stadtkapelle Wolfratshausen.
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Stießen mit Steinkrügen auf das Starkbierfest an (v. l.): Bürgermeister Klaus Heilinglechner, Hofbräuhaus-Traunstein-Geschäftsführer Maximilian Sailer, Flößerei-Wirt Dominik Tabak und Moderator Ludwig Gollwitzer.
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Das Starkbierfest in der Loisachhalle war ausverkauft.
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Amüsierten sich gut: der Wolfratshauser Bürgermeister Klaus Heilinglechner (r.), seine Frau Christine (2. v. l.) sowie Dritter Landrat Klaus Koch (2. v. r.).
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Energisch: Bürgermeisterkandidatin Annette Heinloth (Melanie Tobian) zeigt ihrem Konkurrenten Richard Kugler (Max Prestel) die Grenzen auf.
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Gespanntes Warten auf der Mitfahrerbank: CSU-Bürgermeistermeisterkandidat Günther Eibl (Tom Janoschi, 2. v. l.) und Bürgermeister Klaus Heilinglechner (Christian Foitzik).
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Original und Kopie: Nach dem Singspiel gratulierten die Bürgermeisterkandidaten den Darstellern der Loisachtaler Bauernbühne.

Wolfratshausen – Mit vier Schlägen zapfte Bürgermeister Klaus Heilinglechner in der ausverkauften Loisachhalle das Starkbierfass an. Danach wurden er und vier weitere Bürgermeisterkandidaten im Singspiel der Loisachtaler Bauernbühne derbleckt. 

Bevor Klaus Heilinglechner sich die Lederschürze umband und zum Hammer griff, versicherte Hofbräuhaus-Traunstein-Geschäftsführer Maximilian Sailer, dass der Fastenbock das beste Mittel gegen den derzeit grassieren Corona-Virus sei. Moderator Ludwig Gollwitzer gab ihm Recht: „Das Starkbier sieht schon aus wie Hustensaft. Das muss helfen“, empfahl er eine Schluckimpfung. Heilinglechner zapfte das Fass schließlich mit vier Schlägen an. Begleitet von der Blasmusik der Stadtkapelle Wolfratshausen ließen sich die rund 600 Besucher in der ausverkauften Loisachhalle dann zunächst das Bier und deftige Gerichte wie beispielsweise Ochsen- oder Schweinebraten schmecken. Gespannt warteten sie auf das unter der Regie von Monika Schwenger und Susanne Vorderwülbecke entstandene Singspiel „Wahl ohne Grenzen“.

Das gut aufgelegte Ensemble der Loisachtaler Bauernbühne ließ dabei keinen der fünf Bürgermeisterkandidaten ungeschoren davonkommen. So mussten Annette Heinloth (Melanie Tobian ließ sich für die Rolle extra ihre Frisur kürzen), Klaus Heilinglechner (Christian Foitzik), Günther Eibl (Tom Janoschi), Richard Kugler (Max Prestel) und Manfred Menke (Michael Hanak) in einem bizarren Geschicklichkeits- und Quizspiel gegeneinander antreten. Ob beim Einparken im Wolfratshauser Verkehrschaos, beim Balancieren auf dem Surfbrett oder beim Vermessen der „Schandmauer“ am alten Krankenhaus an der Sauerlacher Straße: Verzögerte und aufgeschobene Entscheidungen des Stadtrats machen den Bürgermeisterkandidaten das Leben schwer. „Gut vertagt, ist leicht vergessen“, sagte eine im goldene Glitzerkostüm verkleidete Assistentin (Melissa Demmel). 

Da blieb nur der von Eveline Hörschelmann gesungene Hoffnungsrefrain der Beach-Boys-Coverversion „Surfin“: „Denn sie wollen alle surfen am Loisachstrand“. Am Ende kamen Moderator Gollwitzer und seine Assistentinnen zu der Erkenntnis, dass in Wolfratshausen vieles kaputt gespielt wird: „Bürgerladen, Stadtarchiv, Gutachten: Überall spielen sich die Stadträte gegeneinander aus und das große Ganze bleibt auf der Strecke …“. Ein Blick in die Nachbarstadt Geretsried zeigte, dass der Wahlkampf dort wesentlich langweiliger ist. Ein Geretsrieder (Florian Roth) verglich die dortige Situation mit dem Fantasy-Roman „Herr der Ringe“: „Das flammende Auge des Krämmel sieht jetzt alles, was in Geretsried vor sich geht. Bald wird er kommen, um uns alle zu knechten“, befürchtete er. Nach dem einstündigen Singspiel sorgte die oktoberfest-erprobte Band Bergluft mit Coverhits noch für ausgelassene Partystimmung bei den Starkbierfestbesuchern.Peter Herrmann

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