Surfer feiern Spendenerfolg

Crowdfunding-Aktion schließt Finanzierungslücke

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Feierten das Wolfratshauser Weihnachtswunder: Eiswolf-Caterer Robert Rupp (l.), Bürgermeister Klaus Heilinglechner (4. v. l.) sowie Stefanie (3. v. r.) und Marcus Kastner (r.).

Wolfratshausen – Nur neun Tage nachdem es der Stadtrat mit knapper Mehrheit abgelehnt hatte, die durch ausbleibende EU-Fördermittel entstandene Finanzierungslücke von rund 65 000 Euro zur Errichtung einer künstlichen Surfwelle in Weidach zu schließen, konnten die Projektbefürworter aufatmen. 

Dank einer Crowdfunding-Aktion kam der fehlende Betrag schneller als erwartet zusammen. „Wir wollen uns heute Abend bei unseren vielen Unterstützern einfach nur bedanken und den Spendenerfolg feiern“, erklärte Marcus Kastner bei einer „Save the Wave“-Party neben der Eisfläche an der alten Floßlände. Rund 400 Privatpersonen und Unternehmen hatten sich an einer von Tilo Scheck organisierten Crowdfunding-Aktion im Internet beteiligt und teilweise vierstellige Beträge überwiesen. 

„Das Ding ist jetzt auf der richtigen Schiene, aber es ist noch nichts erreicht“, glaubt Scheck. Der 43-Jährige verschob seinen Winterurlaub, um bei der Freitagsparty die vielen Spender persönlich kennen zu lernen. „Es liegen sehr aufregende Tage hinter uns“, bilanzierte Stefanie Kastner. Nachdem es der Stadtrat mit knapper Mehrheit abgelehnt hatte, die Finanzierungslücke zu schließen, sei sie zunächst geschockt gewesen. Dann passierte das, was Surfwellen-Unterstützerin Barbara Unterberger als „Wolfratshauser Weihnachtswunder“ bezeichnet. Schon einen Tag nach dem Stadtratsbeschluss gingen bei Stefanie Kastner so viel Anrufe von spendenwilligen Menschen ein, dass sie sich einen Tag freinehmen musste. Sportreferent Maximilian Schwarz (Bürgervereinigung Wolfratshausen) berichtete, dass er sein Handy auf lautlos schaltete, weil in der Surfwelle-WhatsApp-Gruppe fast im Minutentakt Nachrichten eingingen. 

Auch Bürgermeister Klaus Heilinglechner, der sich als Befürworter des Projekts teilweise herbe Kritik gefallen lassen musste, zeigte sich bei der „Save the Wave“-Party angetan vom ehrenamtlichen Engagement des Vereins. „Es ist schön, dass jetzt neuer Schwung da ist“, sagte der Rathauschef. Er hofft, dass durch die Schließung der Finanzierungslücke nun positiver öffentlicher Druck aufgebaut wurde und sich der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung am 14. Januar doch noch für eine Fortführung des Projekts entscheidet. 

So wie ihm geht es auch Markus Aufleger. In wissenschaftlichen Studien hat der an der Universität Innsbruck lehrende Professor bereits vor einigen Jahren bewiesen, dass die Voraussetzungen für den Bau einer Surfwelle am Weidacher Loisacharm nahezu optimal sind. „Es gibt auch Überlegungen, in Garmisch und Nürnberg vergleichbare Projekte zu realisieren: In Wolfratshausen könnte es früher passieren“, hofft der Wasserbau-Experte. Eiswolf-Caterer Robert Rupp vernahm diese positiven Nachrichten mit Freude, klebte sich spontan einen Surfaufkleber an die Stirn und ließ schon mal den Korken einer großen Champagnerflasche knallen. Peter Herrmann

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