14 Tage zu Hause bleiben

Corona-Virus: Ministerien erlassen Verfügung für Risikogebiet-Heimkehrer

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Schüler, die in einem Corona-Risikogebiet wie Südtirol waren, müssen 14 Tage zu Hause bleiben. 

Landkreis – 14 Tage sollen Schüler zu Hause bleiben, wenn sie Reise-Rückkehrer aus Risikogebieten wie Südtirol sind. Darauf verständigten sich das Bayerische Gesundheitsministerium sowie das Kultusministerium. Und das Landratsamt teilte nun die dazu erlassene Coronavirus-Allgemeinverfügung mit. Der Geretsrieder VdK-Ortsverband sorgt sich derweil um finanziell schlechter Gestellte: Denn die könnten sich ohne weiteres gar keine Notvorräte anschaffen.

Die Verfügung des Ministeriums richtet sich an Schulen, Kindertageseinrichtungen, Kindertagespflegestellen und heilpädagogischen Tagesstätten. Laut Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml dürfen Schüler und Kindergartenkinder nach ihrer Rückkehr etwa aus Südtirol für 14 Tage nicht in die Schule oder KiTa-Einrichtung. Südtirol war am Donnerstagabend vom Robert Koch-Institut (RKI) als Coronavirus-Risikogebiet eingestuft worden. Risikogebiete sind laut RKI-Definition „Gebiete, in denen eine fortgesetzte Übertragung von Mensch zu Mensch vermutet werden kann“. In Italien gehören dazu außerdem die Region Emilia-Romagna, die Region Lombardei und die Stadt Vo in der Provinz Padua in der Region Venetien. In den Einrichtungen könne laut Ministerium schon räumlich eine lückenlose Überwachung nicht immer gewährleistet werden, so das Ministerium, und weiter: Damit steigt die Gefahr, dass sich Infektionen innerhalb der Einrichtung verbreiten und diese nach Hause in die Familien getragen werden.

Derweilen positioniert sich auch der Geretsrieder VdK-Ortsverband in Sachen Corona. Pressesprecher Arno Bock hat festgestellt, dass bei einem Discounter in Geretsried wegen der Hamsterkäufe vorübergehend kein Mehl mehr erhältlich war. Unabhängig von der Corona-Epidemie rate Bock das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) schon seit Jahren zu einer privaten Notfallvorsoge. „Bürger werden angehalten, sich einen individuellen Vorrat an Lebensmitteln für einen Zeitraum von zehn Tagen anzulegen“, heiße es im Zivilschutzkonzept des Bundesamtes, das ferner eine Liste mit entsprechend zu bevorratenden Lebensmitteln verfasst hat.

Demnach entstünden für eine vierköpfige Familie Kosten der Vorsorge für den Ernstfall in Höhe von rund 300 Euro. Dazu kritisiert nun der VdK, dass diese Empfehlung des BBK für Hartz-IV-Empfänger, Geringverdiener und Kleinrentner reine Theorie sei. Sie müssten den Notfallvorrat aus ihrem Regelsatz aufbringen, „einen Zuschuss dafür gibt es vom Staat nicht“, so VdK-Sprecher Arno Bock. Angesichts eines Regelsatzes bei Hartz IV-Beziehern für Nahrung und Getränke in Höhe von monatlich 150,60 Euro steht für Bock fest: „Da ist es schlicht unmöglich, davon noch zusätzlich Vorräte anzulegen.“ tka

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