Stadt lehnt Tanzsaal zum dritten Mal ab

Tanzzentrum will anbauen: es fehlen aber Angaben zum Baukörper und für geplante Parkplätze

+
Das Tanzzentrum an der Geltinger Straße.

Wolfratshausen – Zum dritten Mal bereits lag dem Wolfratshauser Bauausschuss der Erweiterungsantrag einer Tanzschule an der Geltinger Straße vor. Geplant ist dort ein Tanzsaal mit einer Fläche von zehn mal 14,10 Meter – und wie bereits bei den vorangegangenen Anträgen fehlte eine detaillierte Darstellung des Baukörpers sowie der erforderlichen Parkplätze.

Als nur „wenig nachvollziehbar“ bezeichnete Fritz Schnaller (SPD) den erneut eingereichten Bauantrag für den Tanzsaal an der Geltinger Straße 14. Und CSU-Kollege Günther Eibl schüttelte nur den Kopf, die Höhenlage des Baukörpers sei einmal mehr nicht dargestellt und die Stellplatzsituation kaum nachvollziehbar. Für den Grünen Hans Schmidt sei Parksituation „völlig im Nebel“.

Der Tanzsaal soll unterirdisch, beziehungsweise an den natürlichen Geländeverlauf angepasst, gebaut werden. Im westlichen Teil des Grundstücks überschreitet der Baukörper die Baugrenze um fünf Meter, auf der Westseite geht der Komplex gleich vier Meter in den vorhandenen Grünstreifen hinein, der mit Laubbäumen und Sträuchern bepflanzt ist.

Insgesamt 13 Stellplätze müssen nach der Erweiterung auf dem Gelände nachgewiesen werden, auf dem eingereichten Plan sei laut Bauamt ein Nachweis dieser Stellflächen nur schwer erkennbar. Die Grundflächenzahl (GRZ) ist im Bebauungsplan mit maximal 0,35 festgesetzt und wird mit dem Eingabeplan von 0,364 nur gering überschritten.

Für die Mitglieder des Bauausschusses war es am Mittwochabend nur schwer nachzuvollziehen, wie es der Bauwerber ein drittes Mal schafft, erneut einen derart nebulösen Bauantrag einzureichen. Schnaller schilderte etwa, „wenn sie vor Ort stehen und dann auf den Plan schauen, sind das zwei vollkommen verschiedene Dinge, der soll uns endlich ernst nehmen“.

Für den Bauwerber und seinem Erweiterungswunsch suchte Dritte Bürgermeisterin Annette Heinloth nach einem Kompromiss. „Das ist ein Wolfratshauser Gewerbetreibender, der erweitern möchte, auch baulich ist das alles in Ordnung“, sagte Heinloth.

Laut bayerischer Bauordnung ist eine Ablöse von Stellplätzen durchaus möglich. Das könne laut Susanne Leonhardt vom Bauamt auch in diesem Fall so geschehen. Der Bauwerber müsse das nur kommunizieren. Richard Kugler (Wolfratshauser Liste) sah das kritisch: „Die Geltinger Straße ist schon heute schwierig, wenn dann noch eine Veranstaltung in der Tanzschule ist, wird das Parken chaotisch.“ Dann solle der Antragsteller eben sagen, er bringe die geforderten Stellplätze an Ort und Stelle nicht unter. „Dann haben wir nämlich eine ganz andere Situation“, so Schnaller weiter, „es geht um Kommunikation“. Schließlich wurde der Antrag erneut mit abgelehnt (4:6).po

Auch interessant

Kommentare