Tatort Wolfratshauser Badweiher: Jugendlicher (16) schwer verletzt

17-jähriger Messerstecher nach Gewalttat festgenommen

Badweiher Wolfratshausen
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Tatort: Mitglieder der Tauchergruppe Wolfratshauser Feuerwehr suchten nach dem Verbrechen am Badweiher nach Spuren.

Wolfratshausen – Ein Großeinsatz hat am Mittwoch die Wolfratshauser Bürger in Atem gehalten. Ein 16-jähriger Jugendlicher wurde am Badweiher schwer verletzt. Jetzt ist der Täter (17) geschnappt worden

Update (Freitag, 6. November): Wie berichtet, kam es am Mittwoch (4. November) kurz nach 13 Uhr zu einer Gewalttat im Bereich des Badweihers in Wolfratshausen. Jetzt gibt die Polizei konkrete Details zum Überfall bekannt: Ein 16-jähriger Jugendlicher aus dem Landkreis Starnberg wurde dort von einem zunächst unbekannten Mann niedergestochen und schwer verletzt. Der Jugendliche wurde umgehend in eine Klinik eingeliefert.

Der Vorfall sorgte für einen Großeinsatz uniformierter und ziviler Polizeikräfte. Das Fachkommissariat der Kriminalpolizeiinspektion Weilheim übernahm unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft München II umgehend die Ermittlungen. Am Donnerstagabend konnte die Kripo nach umfangreichen Ermittlungen einen 17-jährigen Jugendlichen aus dem Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen festnehmen.

Für Staatsanwaltschaft und Polizei gilt es nun, die Hintergründe der Tat zu ermitteln. Nach derzeitigen Erkenntnissen gehen die Ermittler der Kripo Weilheim davon aus, dass es zu einem vereinbarten Treffen zwischen den beiden Jugendlichen kam. Dabei kam es dann zu einem Streit und einer handgreiflichen Auseinandersetzung. Dabei stach der 17-jährige Tatverdächtige den 16-Jährigen mit einem Messer .

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde der Tatverdächtige einem Ermittlungsrichter vorgeführt, der Haftbefehl erließ. Der 17-Jährige wurde in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert.

Erstmeldung (Donnerstag, 5. November): Während über der Stadt ein Polizeihubschrauber dröhnt, steigen unten am Tatort Taucher der Wolfratshauser Feuerwehr ins Wasser. Ein normales Prozedere der Polizei – „das ist Teil der Spurensuche“, erklärte Carolin Englert. Denn im Rahmen der Tatortarbeit werde der komplette Bereich eines Überfalls abgesucht „und alles gesichtet“, so die Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Süd weiter.

Die blutige Gewalttat ereignete sich wohl gegen 13 Uhr am Mittwoch; zu der Zeit gingen bei der Integrierten Leitstelle in Weilheim mehrere Notrufe ein. Sie berichteten: „Ein Jugendlicher wurde an der Badstraße am Weiher von einem Mann niedergestochen.“

Die Zufahrten zur Badstraße waren mehrere Stunden für den öffentlichen Verkehr gesperrt.

Das Opfer schwer verletzt, der unbekannte Täter auf der Flucht. Nach der blutigen Tat flüchtete der Unbekannte laut Augenzeugenberichten zu Fuß. Die Fahndung wurde umgehend eingeleitet, nachdem das Opfer nach der medizinischen Erstversorgung durch den Notarzt per Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen wurde. „Die Stichwunde des Jugendlichen wurde operiert und er befindet sich außer Lebensgefahr“, berichtete Englert am Tag nach der Tat.

Von einer unmittelbaren Gefahr für die Bevölkerung werde zum momentanen Zeitpunkt nicht ausgegangen, so die Polizei. Trotz des Großeinsatzes der Wolfratshauser Polizei, die von Einsatzkräften umliegender Inspektionen unterstützt wurde, verlief die Fahndung zunächst erfolglos (Stand: Donnerstag, 5. November). Ein über der Stadt kreisender Hubschrauber beobachtete vor allem die Uferbereiche der Loisach, den Bergwald und die Innenstadt. Die Zufahrten zur Badstraße wurden mehrere Stunden für den öffentlichen Verkehr gesperrt. Die Polizei durchsuchte unter anderem auch die Reisemobile am Campingplatz sowie die nahe gelegene Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber am Loisachbogen.

Zu den Hintergründen der Tat konnte die Polizei am Donnerstag noch keine genaueren Angaben machen. Nicht auszuschließen sei eine private „Vorgeschichte“, so Englert, deshalb gebe es auch noch keine öffentliche Täterbeschreibung. Auszuschließen sei dagegen ein Amoklauf, „dafür gibt es keine Anzeichen“. Derzeit prüft die Kriminalpolizeiinspektion Weilheim, die den Fall übernommen hat, verschiedene Spuren und führt Vernehmungen durch. Bei Vorliegen weiterer Erkenntnisse wird nachberichtet. ph/dwe

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