Generationenwechsel im Tauchclub Oberland

Neuer Sportvereinvorstand setzt auf Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Jugend sowie Kommunikation

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Alter und neuer Vorstand zusammen: (v.l.): Marco Szlapka, Benjamin Ahr, Dieter Landmann, Gitta Strehler, Cordelia Ahr, Stefanie Stefl, Franz Noderer.

Geretsried – Tauchsport zieht immer mehr Menschen in seinen Bann: Aber die Taucher interessieren sich auch für die Belange ihres Vereins – dies zeigte sich jüngst bei der Jahreshauptversammlung des Tauchclubs Oberland (TCO) mit Sitz in Geretsried. Die 50 anwesenden TCO-Mitglieder wählten zudem einen neuen Vorstand. Nach teilweise anderthalb Jahrzehnten erfolgreicher Arbeit gaben die Clubchefs bis auf ein Vorstandsmitglied nun die Geschicke des TCO in jüngere Hände ab.

Eintauchen in eine fremde Welt. Bunt, geheimnisvoll, aufregend. Schwerelos durchs Wasser gleiten und die „Welt der Stille“, wie Jacques Cousteau es ausdrückte, in sich aufnehmen – das ist die Faszination des Tauchens. Nur noch wenige Ziffern trennt die derzeitige Mitgliederzahl von der 200-Marke. Damit ist der TCO einer der größten Tauchsportverbände Oberbayerns. Und muss sich über mangelnden Nachwuchs nicht beklagen.

Bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung gab es einen Generationenwechsel. Schon anlässlich der letzten Sitzung im Frühjahr letzten Jahres kündigte der Vorstand an, die Geschicke des Vereins in neue – jüngere – Hände geben zu wollen. Teilweise mehr als anderthalb Jahrzehnte lang hatten Marco Szlapka, Gitta Strehler, Dieter Landmann und Marc Grävell den Verein erfolgreich geführt „und zu dem gemacht, was er jetzt ist: „einer der aktivsten Sportvereine hier in der Region“, so Harald Rienecker, Ehrenmitglied im TCO. Rienecker gehört zu den Gründungsmitgliedern und war rund zehn Jahre lang erster Vorstand des Vereins.

Er war es auch, der die Wahl des neuen Vorstands leitete. Der Wunsch nach einem Führungswechsel ging vor allem von Szlapka, Strehler und Landmann aus. „Gerne haben wir diese Aufgabe übernommen, aber wir sehen die Zeit gekommen, frisches junges Blut in die Adern des TCO fließen zu lassen“, so die passionierten Taucher. Dessen ungeachtet werden die drei weiterhin im Verein aktiv sein. Allen drei liegt vor allem die Ausbildung des Nachwuchses am Herzen. Denn Sicherheit wird im Verein großgeschrieben: „Noch nie ist es in der 27-jährigen Vereinsgeschichte zu ernsthaften Problemen gekommen“, ergänzte Szlapka. Und das soll auch so bleiben.

Künftig steht Franz Noderer aus Egling dem Verein vor. Der 34-Jährige ist seit 2016 Mitglied im TC Oberland und schließt gerade seine Ausbildung zum Tauchlehrer ab. Damit wird er künftig zum Ausbilderteam gehören. Benjamin Ahr (38) und seine Frau Cordelia (35) aus Wolfratshausen werden Noderer ab sofort als stellvertretender Vorstand und Schriftführerin unterstützen. Beide tauchen seit 2014 und gehören dem TCO seit 2018 an. Vom alten Vorstand bleibt noch Stefanie Stefl übrig. Die 45-jährige Taucherin hatte vor zwei Jahren von Grävell die Aufgaben der Kassiererin übernommen und wird die jüngeren Vorstandsmitglieder mit Rat und Tat begleiten.

Mit dem TCO hat Noderer einen außerordentlich etablierten und bestens geführten Tauchsportverein übernommen: „Wir treten in riesengroße Fußstapfen“, so der gelernte Softwareentwickler, „und hoffen, sie ansatzweise ausfüllen zu können.“ Trotz des Lobes und eines Erbes, an dem es laut Noderer nichts auszusetzen gibt, hat der junge Familienvater und engagierte Taucher viel Neues mit dem Geretsrieder Tauchclub vor. So will der Vorstand unter den drei Schlagwörtern Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Jugend sowohl die Kommunikation unter den Mitgliedern verbessern als auch sich stärker um den Schutz von Gewässern und die Ausbildung des Tauchnachwuchses kümmern. Noderer schwebt vor, die Mitglieder besser miteinander zu vernetzen, damit sie sich bequemer spontan zu Tauchgängen verabreden können. Darüber hinaus plädiert er für regelmäßige Ramadama-Aktionen, „eigentlich bei jedem Tauchgang, bei dem wir Müll sowohl im Wasser als auch am Ufer finden“, so Noderer. Auch will er sich verschiedenen überregionalen Aktionen wie den „Gewässerrettern“ oder „Sea Shepherd“ anschließen. Letztlich funktioniert jeder Verein nur mit aktiven, “nachwachsenden“ Mitgliedern. Danach sollen sich künftig die Möglichkeiten für Jugendliche und Kinder ab etwa 12 Jahren verbessern, Gerätetauchen auszuüben. Unabhängig von Tauchfahrten etwa an den Blind- oder Attersee sowie -anlässen wie Ab- und Antauchen, Oster-, Nikolaus- und Silvestertauchen trainieren die Mitglieder des TCO seit Jahren zweimal wöchentlich das ganze Jahr über. Immer montags 19 Uhr im Hallenbad Geretsried sowie mittwochs 21 Uhr im Schwimmbad Bad Tölz treffen sich Taucher, Schnorchler und Schwimmer jeden Alters.

Sandra Gerbich

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