Baustelle auf der Baustelle

Teilsanierung der Real- und Förderschule wird zum Großprojekt

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Sanierungsbedarf: das Lehrschwimmbad der Realschule.

Bad Tölz – Die Teilsanierung der Tölzer Real- und Förderschule ist mittlerweile zum Mammutprojekt mutiert: Während der Teilsanierung des Zwischenbaus haben sich weitere neue Baustelle aufgetan, die einige Jahre in Anspruch nehmen werden: Vor den Einbauarbeiten der neuen Schulküche stellten Statiker nämlich erhebliche Wasserschäden am Beton fest und auch das Lehrschwimmbecken ist zu marode für einen weiteren Betrieb. Auch dort sind größere und komplexe Sanierungsmaßnahmen von Nöten.

Die Probleme begannen im Obergeschoss und setzten sich nach unten fort: Zuerst wurden „feuchte Stellen an der Decke gefunden“, berichtete Renè Beysel im Kreisschul- und Bauausschuss, der jüngst im großen Sitzungssaal des Landratsamts tagte. Danach bestätigte sich abermals: das Schulschwimmbad im Keller ist kaputt. Beysel konnte allerdings den Kreisräten für diese dringenden Sanierungsarbeiten noch keine Kosten vorlegen, da sich nach einer Bauuntersuchung der Sachstand als „sehr kompliziert“ herausstellte. Fest steht: „Eine Sanierung ist unumgänglich“, ergänzte Architekt Thomas Baldauf. Und müsse in den nächsten zwei Jahren angegangen werden. Bedeutet: Abbruch aller Oberflächen, Entsorgung der kontaminierten Bauteile sowie Abstützung der Decken.

„Chloridverseucht“ sind neben den Decken und Fluren im Zwischenbau auch der Lichtschacht und die Umkleiden der Sporthalle. Angegriffen ist auch der Belag und die Abdichtung im Pausenhof, diese müssen ebenfalls erneuert werden. „Momentan entwässert der Hof nach innen“, mahnte Baldauf , aber er soll nach außen entwässern“. Laut dem Architekt ist das Salzwasser vom Pausenhof dorthin eingedrungen „und hat die Betonwände komplett zerstört“. Schadstoffe wie Chloride gefährden die Standsicherheit. Somit müsse auch der Lichtschacht komplett abgetragen werden, so Baldauf und weiter, „die verseuchte Wand abschneiden und eine komplett neue Wand aufgebaut werden“.

Die nächste Baustelle betrifft das Untergeschoss der Real- und Förderschule, dort befindet sich das Lehrschwimmbad. „Unterhalb des Beckens sieht es aus wie in einer Tropfsteinhöhle“, sagte Beysel. Die letzte Untersuchung sei vor fünf Jahren dort gewesen. Seitdem habe sich die Bausubstanz stark verschlechtert. „Der hohe Chloridgehalt zerstört das Eisen“. Auch hier: eine Sanierung in den nächsten zwei bis drei Jahren sei unumgänglich. „Fließen, Decke und Putz. Alles muss raus.“

Sanierung gegen Rutschgefahr: Bau- und Betonarbeiten in der Realschule: Kosten werden nun ermittelt

Die Teilsanierung der Real- und Förderschule in Tölz stellt sich als Mammutprojekt heraus: Neben der Sanierung des Lichtschachtes, Pausenhofes muss auch das Lehrschwimmbad im Untergeschoss erneuert werden. Den Gedanken, dieses gleich komplett abzureißen und neu zu bauen, verwarf der Architekt sogleich: „Das Gebäude ist von unten nach oben aufgebaut“.Bekanntermaßen ist die Realschule treppenartig in den Hang hineingebaut. „Ein Abbruch der unteren Ebene können somit nur durch einen sehr hohen technischen und statischen Aufwand betrieben werden, so der Architekt Thomas Baldauf. Andernfalls: „Wenn das Schwimmbad nicht da ist, rutscht das ganze Gebäude den Hang hinunter.“

Neben den statischen Baumaßnahmen müsse die Schwimmhalle auch energetisch saniert werden. Für die Erneuerung des Schwimmbads empfahl der Architekt einen neuen Grundriss, neue Umkleiden sowie die Technik zu modernisieren. So solle etwa per Stahlwanne das Wasser im Becken gehalten werden, damit es keine Abdichtungsprobleme gebe. „Das ist nicht teurer als es fliesen zu lassen“, so Baldauf. Die ganzen Baumaßnahmen müssen für 2022/23 angegangen werden.

„Die Sanierung des Hallenbads muss angepackt werden“, betonte Landrat Josef Niedermaier. Auch die Betonsanierung sei trotz der Belastung für den Kreishaushalt unabdingbar. Der Landrat empfahl dem Bauausschuss auf jeden Fall, der Sanierung zuzustimmen, und somit die weitere Entscheidung dem Kreisausschuss zu geben.

Zudem sei der Erhalt des Schwimmbad derzeit wichtig für die Landkreisschulen. Während die Stadt Bad Tölz die neue Jahn-Turnhalle baue, benötige sie einen Teil der Dreifachhalle, so der Landrat. „Wenn jetzt auch noch die Halle und das Schwimmbad der Real- und Förderschule wegfallen würden, hätten wir einen Mangel an Sportstätten.“ Niedermaier: „Was wir machen müssen, müssen wir machen.“ Eine Vorlage der Kosten ist für die erste Jahreshälfte 2020 geplant. Daniel Wegscheider

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