Blitzer für mehr Sicherheit

Teilstationäre Anlagen: Polizei und Zweckverband weiten Kooperation aus

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Josef Janker, Vorsitzender des Zweckverbandes Kommunales Dienstleistungszentrum Oberland (2.v.l.), sowie Polizeipräsident Robert Kopp (3.v.l.), unterzeichneten eine Kooperationsvereinbarung zu den Standorten für Blitzeranhänger. Mit dabei: Zweckverbandsgeschäftsführer Michael Braun (l.) und Polizeidirektor Peter Böttinger.

Bad Tölz/Landkreis –An 31 zusätzlichen Messpunkten kann der Zweckverband Kommunales Dienstleistungszentrum Oberland nun seine „teilstationäre Geschwindigkeitsmessanlage“ aufstellen. Eine Vereinbarung zur erweiterten Nutzung dieses „Blitzeranhängers“ unterzeichneten am Freitag Verbandsvorsitzender Josef Janker sowie Robert Kopp, Präsident de Polizeipräsidiums Oberbayern Süd.

2016 gaben der Zweckverband und das Polizeipräsidium Oberbayern Süd den Startschuss für das Modellprojekt. Die Idee: Mittels teilstationärer Messanlagen sollten Unfall- und Geschwindigkeitsbrennpunkte über einen längeren Zeitraum hinweg kontrolliert werden können. Der Pilotversuch gestaltete sich von Anfang an gut, nach einer Erprobungsphase wurden die Anlagen – neben einer Messstation des Verbands erprobte auch die Polizei selbst einen solchen Anhänger – scharf gestellt und seither Geschwindigkeitsverstöße geahndet.

Das Ergebnis spricht für sich, wie Zweckverbands-Außendienstleiter Thorsten Preßler informierte. So habe man mittels sogenannter TOPO-Boxen die Geschwindigkeiten an Messstellen bereits vor dem Aufbau der mobilen Blitzanlage gemessen und danach auch wieder. Selbst einen Kilometer vor und nach dem Blitzer – auch wenn er nach einer Woche wieder abgebaut war – nahmen die Pkw-Fahrer noch den Fuß vom Gas. „Dort, wo der Anhänger stand, ist die Beanstandungsquote deutlich gesunken. Und das inner- wie außerorts“, unterstrich Preßler die Untersuchungen zum Pilotversuch.

„Straßen sind keine Rennstrecken“

Entsprechend hoch auch die Motivation des Zweckverbands sowie der Polizei, künftig verstärkt auf die teilstationären Messstellen zu setzen. Während die Polizei ihren Anhänger recht flexibel quasi überall aufstellen darf, muss sich der Zweckverband an definierte Stellen halten. Die aber wurden nun aufgestockt, um 31 auf nun 58 Messstellen. „Dabei handelt es sich um Unfallgefahrenpunkt sowie tatsächliche Schwerpunkte“, erklärte Polizeipräsident Ropert Kopp. Und Josef Janker ergänzte, dass auch Kommunen, die Mitglied im Zweckverband sind, ihre Wünsche nach Standorten für den Blitzeranhänger vorbringen konnten.

Der große Handlungsbedarf führte laut dem Tölzer Bürgermeister mittlerweile dazu, dass der Zweckverband schon zwei teilstationäre Anlagen angeschafft hat, das Polizeipräsidium Oberbayern Süd betreibt seinerseits eine weitere. Janker zufolge würden Verkehrsüberwacher selten gelobt, „in diesem Fall haben Bürger sich für den Einsatz dieser neuen Technik sogar explizit bedankt – weil sie ja 24 Stunden steht, nicht nur stundenweise“. Dank der Technik erwische man viele Raser, lobte er und freute sich, dass Polizeipräsidium Kopp mit der Unterzeichnung der Vereinbarung nun den Weg geebnet hat, die Kontrollen auszuweiten.

Kopp wiederum unterstrich: die Blitzeranhänger wurden erhebliche Vorteile für die Polizei mit sich bringen: „Uns gelingt so der Lückenschluss zwischen der stationären und der mobilen Verkehrsüberwachung.“ Gleichzeitig ergebe sich ein Höchstmaß an Flexibilität. Der Polizeipräsident wies darauf hin, dass es bei der Verkehrsüberwachung darum gehe, die Verkehrssicherheit zu erhöhen. „Nicht angepasste Geschwindigkeit ist Unfallursache Nummer eins“, so Kopp. Vier von zehn Verkehrstoten im Zuständigkeitsbereich des Präsidiums würden auf zu schnelles Fahren zurückzuführen sein. Und die Zahl der Getöteten hat 2018 zugenommen: Im Bereich des Präsidiums Oberbayern Süd starben 99 Menschen bei Verkehrsunfällen. Zwar würde die große Masse der Autofahrer an die Geschwindigkeitsangaben halten. „Es kann aber nicht sein, dass einige Wenige die Straßen als Rennstrecken sehen.“ Gerade um hier entgegenzuwirken nannte Kopp die Zusammenarbeit mit dem Zweckverband als „äußerst wertvoll“.

Thomas Kapfer-Arrington

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