Moratorium gefordert

Telekom nimmt 5G-Antennen in Betrieb: Kritik von „Zivilcourage“

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Der Ausbau der Mobilfunkantennen auf den 5G-Standard schreitet voran – und löst auch Kritik aus.

Landkreis/Lenggries – Die Telekom hat ihre 5G-Initiative in Deutschland gestartet. Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen ist mit dabei: In Geretsried, Icking, Kochel am See und Wolfratshausen funken inzwischen Mobilfunkstandorte im neusten Mobilfunkstandard. Was der Telekommunikationskonzern mit Freuden mitteilt, nehmen 5G-Kritiker mit großer Sorge zur Kenntnis. Die Bürgerinitiative „Lenggries gegen 5G“ hat sich nun dem Aktionsbündnis Zivilcourage Bad Tölz-Wolfratshausen angeschlossen – und im Verbund einen Offenen Brief an die Bürgermeister und den Landrat verfasst.

Laut Telekom nehme der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen von Beginn der 5G-Offensive an Teil an der Entwicklung und habe damit einen „digitalen Standortvorteil“. Immerhin könnten bereits über 16 Millionen Menschen in Deutschland das 5G-Netz der Telekom nutzen. Das Unternehmen versorgt deutschlandweit über 1.000 Städte und Gemeinden ganz oder teilweise mit dem neuen Mobilfunk-Standard. Der Ausbau läuft auf Hochtouren weiter. Bis Ende Juli profitieren sogar über 40 Millionen Menschen in ganz Deutschland von 5G. „Das ist die größte 5G-Initiative Deutschlands. Wir bringen 5G für die Hälfte der deutschen Bevölkerung in die Stadt und auf das Land. Und dieses Etappenziel erreichen wir jetzt schon früher als geplant“, betont Telekom Deutschland-Chef Dirk Wössner. 

Die Technik zum „Turbo-Mobilfunk“ löst bei anderen aber Alarm aus. Das Aktionsbündnis Zivilcourage etwa warnt vor der hochfrequenten, gepulsten und elektromagnetischen Strahlung für Mensch, Tier und Pflanze. Auch weil „der Nachweis der gesundheitlichen Unbedenklichkeit für Mobilfunk im Allgemeinen und 5G im Speziellen fehlt“, heißt es in einem Offenen Brief an die Landkreisbürgermeister und Landrat Josef Niedermaier. Die Forderung: „Ein Moratorium für 5G muss erfolgen.“ Heiner Schwab von Zivilcourage: „Wegen falscher Grenzwertfindung ist eine Änderung der Risikobewertung im Bereich Mobilfunk dringend erforderlich. Denn die geltenden gesetzlichen Grenzwerte beruhen auf Empfehlungen einer privat-rechtlich als Verein organisierten Gruppe von Wissenschaftlern, die ICNIRP.“ Die politische Verantwortung für den Schutz von Gesundheit und Umwelt bleibe aber bestehen, auch wenn gesetzliche Grenzwerte nicht überschritten werden, so Schwab in dem Offenen Brief. Darin verweist er auch auf den Tourismus im Landkreis. Ein Verzicht auf einen weiteren 5G-Ausbau sehen wir deshalb als wichtigen Werbefaktor für einen nachhaltigen Tourismus.

Die Gemeinden fordert das Bündnis auf, die örtliche Situation zu prüfen und Stellung zu nehmen, wie die Gemeinden jeweils den Gesundheitsschutz der Bevölkerung vor Mobilfunkstrahlung sicherstellen können. tka

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