Teure Trunkenheitsfahrt

Amtsgericht: 27-jähriger Tölzer verursacht rund 28.000 Euro Sachschaden

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Auffahrunfall mit 1,03 Promille: Tölzer zahlt 5.000 Euro an Geldbuße und muss für ein Jahr seinen Führerschein abgeben (Symbolbild).

Bad Tölz – Weil er am 7. März 2020 vor einer roten Ampel nicht rechtzeitig bremste und mit hoher Geschwindigkeit auf das vor ihm stehende Fahrzeug auffuhr, musste sich ein Tölzer wegen fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung vor dem Amtsgericht verantworten.

Im Blut des Angeklagten wurde kurz nach dem Unfall, der sich am Vormittag auf der B472 ereignete, ein Alkoholwert von 1,03 Promille gemessen. „Ich bin mit meinem Fahrzeug leicht ins Rutschen gekommen“, berichtete der 27-Jährige.

Ursache für den Zusammenstoß dürfte aber vor allem seine verminderte Steuerungsfähigkeit gewesen sein. Denn an diesem Tag kam er erst gegen 5 Uhr morgens von einer Geburtstagsfeier nachhause. Dabei konsumierte der Tölzer reichlich Alkohol, der am Vormittag noch nicht völlig abgebaut war. „Ich habe nicht damit gerechnet, dass ich noch einen so hohen Promillewert hatte“, bedauerte er.

Der Zusammenstoß war so stark, dass das vor ihm stehende Auto einer Tölzerin auf ein weiteres Fahrzeug geschoben wurde. So entstand an beiden Autos ein Sachschaden von rund 28.000 Euro, der mittlerweile bezahlt ist. „Ich bin nach dem Unfall sofort ausgestiegen und habe bei der Frau gefragt, ob sie verletzt ist“, erklärte der KFZ-Mechatroniker. Als sie verneinte, verzichtete er auf die Alarmierung eines Rettungswagens und rief die Polizei. Erst später wurde bei der Frau ein Schleudertrauma festgestellt.

Da der Angeklagte bereits vor zwei Jahren mit knapp zwei Promille Alkohol im Blut einen Unfall verursacht hatte und vom Amtsgericht zu einer Geldstrafe und einer Führerscheinsperre verurteilt wurde, drohte ihm nun eine noch höhere Strafe. Dass die Ahndung mit 100 Tagessätzen zu je 50 Euro – insgesamt 5.000 Euro – und einer einjährigen Führerscheinsperrfrist diesmal moderat ausfiel, lag laut Richter Helmut Berger vor allem am positiven Nachtatverhalten des Angeklagten.

So befindet sich der Tölzer seit mehreren Monaten in einer ambulanten Alkoholentwöhnungsbehandlung und beschränkte seinen Einspruch auf die Rechtsfolgen. Einer Reduzierung der ursprünglich im Strafbefehl festgesetzten 140 Tagessätze stand somit nichts im Wege. Peter Herrmann

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