Teurer Fahrradunfall

41-Jährige stürzt betrunken vom E-Bike und muss 9.900 Euro zahlen

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Trunkenheit im Verkehr, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigung: Richter Helmut Berger ahndete die Vergehen mit einer Geldbuße in Höhe von 9.900 Euro.

Wolfratshausen – Wegen Trunkenheit im Verkehr, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigung musste sich eine 41-Jährige vor dem Amtsgericht verantworten. Nach einem Sturz vom E-Bike ließ sie sich zunächst in der Kreisklinik verarzten, wehrte sich aber gegen die zur Ermittlung des Alkoholwerts durchgeführte Blutentnahme.

Die Angeklagte kam am 12. September des vergangenen Jahres in der Schießstättstraße mit dem E-Bike ihres damaligen Freundes und jetzigen Ehemannes zu Fall. Weil sich die 41-Jährige zuvor in einem Restaurant einen Rausch antrank und nach dem Unfall in der Kreisklinik massiven Widerstand gegen Polizisten geleistet hatte, verurteilte sie das Amtsgericht zu einer Geldbuße von 90 Tagessätzen zu je 110 Euro.

Rund 2,8 Promille Alkohol hatte die Angeklagte eine Stunde nach dem Sturz noch im Blut. „Ich kann mich nicht erinnern, dass wir es bei Verhandlungen in diesem Jahr bereits mit einem höheren Wert zu tun hatten“, staunte Richter Helmut Berger. Die zierlich wirkende Frau gab an, in Begleitung ihres jetzigen Ehemannes in einem griechischen Restaurant innerhalb von vier Stunden drei Halbe Bier und etwa fünf Stamperl Ouzo getrunken zu haben. Laut der Einschätzung einer bei der Verhandlung anwesenden Gutachterin eines toxikologischen Instituts reiche diese Menge aber nicht aus, um auf einen derart hohen Alkoholpegel zu kommen. „Das lässt auf Alkoholgewöhnung schließen“, mutmaßte sie. 

Nach dem Restaurantbesuch trennte sich das Paar vorübergehend. Während er sich zu Fuß an einer nahe gelegenen Tankstelle Tabak besorgte, wollte die Frau mit dem E-Bike zu ihrer etwa 500 Meter entfernten Wohnung gelangen. „Ich nahm das Rad zwischen die Beine, um es leichter schieben zu können und bin dann mit dem Kopf aufs Straßenpflaster gestürzt“, gab sie an. Weil sich die 41-Jährige dabei eine Platzwunde zuzog, ließ sie sich noch am selben Abend in der Kreisklinik behandeln. Die Polizei, die nach dem Sturz von einem besorgten Anwohner verständigt wurde und das Unfallopfer nicht mehr an der Schießstättstraße vorfand, stieß in der Notaufnahme auf erheblichen Widerstand. „Sie hat uns mit derben Schimpfwörtern beleidigt und wehrte sich so sehr gegen die Blutentnahme, dass wir eine zweite Streife verständigen mussten“, erinnerte sich ein 24-jähriger Polizist. „Daran kann ich mich überhaupt nicht mehr erinnern“, entgegnete die Angeklagte. Da sie vor knapp drei Jahren wegen Trunkenheit im Verkehr und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte verurteilt wurde, forderte der Staatsanwalt nun eine Freiheitsstrafe, die aber mit hohen Auflagen zur Bewährung ausgesetzt werden könne. 

Rechtsanwältin Aglaia Muth plädierte dagegen auf verminderte Schuldfähigkeit und hielt eine Geldstrafe für ausreichend. Richter Helmut Berger folgte diesem Antrag und ahndete die Vergehen mit einer Geldbuße in Höhe von 9.900 Euro. „Ich glaube, dass Sie das Rad nicht geschoben haben und damit gefahren sind“, erklärte Berger. Er berief sich dabei auf die Zeugenaussage des Polizisten, dem die Verurteilte in der Kreisklinik gesagt hatte: „Ich bin doch nur mit dem Rad gefahren!“ ph

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