Vogelschützer und Kanufahrer stellen Infostände auf

Tipps für Bootstouren auf der Isar

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Entdeckten bei einigen Booten erhebliche Mängel: BKV-Mitglied Heribert Prokop-Pfeifer (r.) und Vogelschützer Fabian Unger (2.v.r.).

Wolfratshausen – Vorfälle, in denen Ausflügler mit unzureichend ausgerüsteten Booten Warnhinweise ignorieren, häufen sich. Um den Blick für den Umweltschutz zu schärfen, klärten der Landesbund für Vogelschutz und der Bayerische Kanu-Verband die Hobbypaddler nun auf.

Die zwischen Pupplinger Au und Wolfratshausen gelegene Marienbrücke gilt als beliebter Startpunkt für Schlauchboot- und Kanutouren. Nicht wenige Erlebnishungrige legen die knapp zwei Kilometer lange Strecke vom Wolfratshauser S-Bahnhof bis zum Isarufer zu Fuß zurück. Boote und Bier werden getragen. Das wissen auch Fabian Unger vom Landesbund für Vogelschutz (LBV), Isarranger Sebastian Thalhammer sowie Vertreter des Bayerischen Kanu-Verbands (BKV). Gemeinsam informierten sie am Samstag Bootsfahrer über Risiken und erinnerten an den Umweltschutz.

„Ein Infostand oder Hinweisschilder vor der Anlege- und Abfahrtsstelle reichen da leider nicht aus“, weiß Unger. Deshalb verlieh er kostenlos leistungsfähigen Pumpen. „So komme ich leichter an die Leute ran“, erklärte er. Während die Bootfahrer ihre Gefährte aufpumpten, verteilte Unger Broschüren bzw. Landschaftskarten, in denen auf seltene Tiere und Kiesflächen hingewiesen wird. So legt beispielsweise der Flussregenpfeifer sein Gelege direkt auf den Kies. „Deshalb werden seine gut getarnten Küken und Eier leicht übersehen“, warnte das LBV-Mitglied. Wenn Boote über Kiesflächen gezogen werden oder die Elternvögel durch freilaufende Hunde vertrieben werden, können die Eier oder Küken leicht auskühlen oder überhitzen und sterben.

Mit Erschrecken nahm Unger dann eine junge Ausflugsgruppe wahr, die mit einem Billigboot aus dem Discounter in Richtung München fahren wollte. Schon beim Aufpumpen erkannte BKV-Mitglied Heribert Gobitz-Pfeifer, dass das Boot ein Loch hat. Für solche Fälle hat er immer Flickzeug dabei. „Das dauert jetzt aber eine Stunde, bis das trocknet und das Boot fahrtüchtig ist“, entgegnete er einer Dame im Bikini. Die junge Frau nahm die Verzögerung gelassen hin und bot ihren Begleitern an diesem Vormittag erstmal eine Runde Dosenbier an. „Ihr habt’s aber scho a Müllsackerl dabei?“, wollte Isarranger Sebastian Thalhammer wissen. Auch Bierkisten, die in einem kleinen Anhänger an einer Leine hinter dem Boot hergezogen werden, können ein Risiko darstellen. „Die können sich im Treibholz verfangen“, sagte Thalhammer. Wenn die Glasflaschen dann noch zerbrechen, sei das eine Gefahr für Mensch und Tier. Der Isarranger erzählte zudem, dass er manchmal nachts mit seinem Kanu unterwegs ist, um unerlaubtes Grillen zu unterbinden. „Das ist bei stark angetrunkenen Feiernden nicht immer ungefährlich“, klagte Thalhammer. An diesem Samstag zeigen sich jedoch fast alle Schlauchbootfahrer aufgeschlossen für die Tipps der LBV- und BDK-Vertreter. Da die Isar derzeit auch kein Hochwasser führt, kam es selbst mit dem notdürftig geflickten Billigschlauchboot zu keinen Unfällen. „Wir wollen das Bootfahren auf der Isar nicht verteufeln, sondern nur dafür sorgen, dass diese naturnahe Flusslandschaft erhalten bleibt“, so Unger. Bleibt zu hoffen, dass seine Hinweise in der Hitze und bei Alkoholkonsum nicht schnell vergessen werden. Peter Herrmann

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