„Erinnerung an die geschundenen Menschen“

Zum Gedenken an den Todesmarsch

Badehaus-Vorsitzende Dr. Sybille Krafft im Gespräch mit Max Kronawitter.
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Interview: Badehaus-Vorsitzende Dr. Sybille Krafft im Gespräch mit Max Kronawitter.
  • Franca Winkler
    vonFranca Winkler
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Waldram – Der Auftakt zu dem ergreifenden Gedenkabend im Badehaus ist sanft. Peter Schneider an der Klarinette und Susanne Pausch am Klavier spielen das Lied „Melody“ von Ernst Bloch.

Was bei der live gestreamten Veranstaltung danach folgt, ist sehr beklemmend: Es wird ein Ausschnitt aus dem Film „Der Todesmarsch“ von Max Kronawitter gezeigt. Der Eurasburger Regisseur widmet sich dem Marsch von etwa 10.000 Häftlingen, die Ende April 1945 von Nationalsozialisten gezwungen wurden, sich aus den Konzentrationslagern auf einem Evakuierungsmarsch in Richtung Süden zu begeben.

Doku zeigt Original-Bilder

Wer nicht mehr laufen konnte, wurde von den SS-Männern erschossen. Die Dokumentation zeigt auch Original-Bilder der geschwächten Menschen, die zumeist ohne Socken in schlichten Holzschuhen durch den Landkreis getrieben wurden. Otto Holthaus berichtete, wie ihn der Anblick erschüttert hat. „Das Holzschuh-Geräusch habe ich nach wie vor im Ohr“, sagte Holthaus. Als 14-jähriger hatte er damals versucht, den Menschen Lebensmittel zuzustecken.

Die Veranstaltung bei der auch Badehaus-Vorsitzende Dr. Sybille Krafft und Gautings Alt-Bürgermeister Ekkehard Knobloch zu Wort kommen, ist weiterhin auf www.erinnerungsort-badehaus.de abrufbar.

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